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Ausbruch von Nipah-Virus in Indien

Kozhikode. In Indien breitet sich der Nipah-Virus weiter aus. Der Erreger, der zu einer tödlichen Hirnhautentzündung führen kann, hat bereits einige Opfer gefordert. Sehr wahrscheinlich wird der Virus von Flughunden übertragen.

Ausbruch von Nipah-Virus in Indien

Flughunde sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die natürlichen Wirte des Nipah-Virus, an dem Menschen und Tiere schwer erkranken können. Foto: Arno Burgi/Archiv

Beim Ausbruch des gefährlichen Nipah-Virus in Indien sind inzwischen mindestens zehn Menschen gestorben. Neun weitere Erkrankte befänden sich auf der Intensivstation oder der Isolierstation, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums des südindischen Bundesstaates Kerala.

Knapp 100 Menschen galten als Verdachtsfälle und wurden zu Hause unter Quarantäne gestellt. Größtenteils handelte es sich um Menschen, die Kontakt mit den ersten Opfern hatten, bei denen das Virus nachgewiesen worden war: zwei Brüder aus einem Dorf im Bezirk Kozhikode und deren Tante. Der erste Todesfall war am Freitag (18. Mai) geschehen.

In einem Brunnen hinter dem Haus der Familie wurde ein toter Flughund gefunden. Flughunde sind nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die natürlichen Wirte des Nipah-Virus, an dem auch Tiere schwer erkranken können. Der Erreger kann bei Menschen Fieber, Atemwegserkrankungen und tödliche Hirnhautentzündungen verursachen. Es gibt weder eine Impfung noch eine wirkungsvolle Behandlung.

Die Sterblichkeitsrate bei bisherigen Ausbrüchen - alle in Südasien - lag laut WHO zwischen 9 und 100 Prozent. Das Nipah-Virus wurde erstmals im Jahr 1998 in Malaysia nachgewiesen. Es gehört nach Ansicht der WHO zu den Erregern, die am dringendsten erforscht werden müssen, weil sie die öffentliche Gesundheit gefährden.

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