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Aufstieg nicht genug: Nürnberg will Zweitliga-Meister werden

Kiel. Der 1. FC Nürnberg steht neben Fortuna Düsseldorf vor dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Die Franken sind reif dafür. Das beweisen sie mit dem 3:1 bei Rivale Holstein Kiel. Die Kieler kämpfen gegen Selbstzweifel. Sie haben etwas zu verlieren.

Aufstieg nicht genug: Nürnberg will Zweitliga-Meister werden

Die Nürnberger können schon fast für die Fußball-Bundesliga planen. Foto: Axel Heimken

Zum Abschied gratulierte Holstein Kiels Trainer Markus Anfang seinem Nürnberger Kollegen Michael Köllner schon einmal vorab zum Aufstieg in die Fußball-Bundesliga.

„Viel Spaß in der 1. Liga“, sagte Anfang am Montagabend, als er das eindrucksvolle 3:1 des 1. FC Nürnberg im Top-Duell der 2. Bundesliga neidlos anerkennen musste. Auch Köllner glaubt nicht mehr daran, dass drei Spieltage vor dem Saisonende bei fünf Punkten Vorsprung auf den Tabellendritten aus dem Norden noch irgendwas schief gehen könnte. Die Kieler sieht er nicht mehr als direkte Konkurrenz. „Vielleicht geht in der Relegation noch was“, sagte der Coach selbstsicher an die Gastgeber gerichtet.

Nicht nur die Franken konnten an der Förde jubeln und sind ganz nah dran am achten Bundesliga-Aufsteig und dem alleinigen Rekord! Auch bei Tabellenführer Fortuna Düsseldorf wurde das Resultat erfreut zur Kenntnis genommen. „Das ist natürlich genau das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben“, sagte Trainer Friedhelm Funkel bei bild.de. Er kann mit seinem Team am Samstag die Bundesliga-Rückkehr perfekt machen.

Für Club-Trainer Köllner ist der Aufstieg indes nicht genug, jetzt soll auch die Zweitliga-Meisterschaft her. „Wir haben zwei Punkte Rückstand auf Düsseldorf. Das ist unser Ziel, Düsseldorf zu jagen, statt uns damit zu beschäftigen, was auf den Plätzen drei und vier los ist“, sagte der 48-Jährige im TV-Sender Sky. „Wir wollen am Ende ein Finale im letzten Spiel, wenn Düsseldorf bei uns zu Gast ist.“

Die Aufstiegsfrage ist dann wohl längst geklärt. Durch die Kieler Niederlage reicht Düsseldorf am Samstag ein Sieg in Dresden zum Happy End. Sollten die Nürnberger am Montag gegen Eintracht Braunschweig siegen und die Kieler einen Tag zuvor nur ein Remis in Ingolstadt erreichen, wäre auch der zweite Traditionsclub rechnerisch durch.

Nicht mithelfen kann dabei Mittelfeldspieler Patrick Erras, der sich in Kiel einen Innenbandriss im rechten Knie zuzog und im Saisonfinish ausfällt. Das gab der Verein am Dienstag nach der Heimfahrt bekannt. Erras war im defensiven Mittelfeld des FCN in der Saison gesetzt.

Dass sie reif für die Rückkehr in die Bundesliga sind, bewiesen die Nürnberger in Kiel. Holstein war immerhin seit sechs Spielen ungeschlagen. Doch die Gäste bremsten trotz zahlreicher Umstellungen die offensivstärkste Mannschaft geschickt aus und hatten in Kapitän Hanno Behrens auch noch den überragenden Spieler auf dem Platz.

Vor seiner Familie glänzte der in Elmshorn - 80 Kilometer von Kiel entfernt - geborene Mittelfeldspieler als zweifacher Torschütze (25./51. Minute). „Wenn die Familie kommt, muss ich natürlich etwas leisten“, sagte der 28-Jährige. Georg Margreitter hatte zur Führung geköpft (9.), Kingsley Schindler glich per Foulelfmeter aus (12.).

Kiel kämpft nach der Pleite im ersten Spiel nach Bekanntwerden des Abschieds von Coach Anfang mit aufkommenden Selbstzweifeln. Davon, dass die Niederlage etwas mit der Trainer-Frage zu tun hatte, wollte Torjäger Marvin Ducksch aber nichts wissen. „Es waren immer viele Spekulationen“, sagte er bei Sky. „Ich glaube, man hat gesehen, dass wir hinter dem Trainer stehen und der Trainer voll hinter uns.“

Dennoch: Die Kieler haben nach einer sensationellen Saison als Aufsteiger plötzlich etwas zu verlieren. Der Wirbel um den Wechsel von Anfang zum Bundesliga-Fast-Absteiger 1. FC Köln und die ungeklärte Trainer-Frage sind in der Situation nicht hilfreich.

Seit Ende September standen die Förde-Fußballer immer auf einem der ersten drei Plätze und wurden sogar Halbzeit-Meister. Jetzt ist Mit-Aufsteiger Jahn Regensburg nur noch zwei Punkte entfernt.

Anfangs Worte nach dem Nürnberg-Spiel klangen da fast schon wie Enttäuschungs-Prophylaxe. „Wir haben eine komfortable Situation, wenn man sieht, welche Mannschaften gegen den Abstieg spielen“, sagte der 43-Jährige. „Und ich glaube, das sollten wir alle genießen.“

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