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Arbeitgeber tolerieren Fehlzeiten bei Ehrenamt

Stuttgart/Berlin (dpa/tmn) - Wer sich ehrenamtlich engagiert, gilt als sozial und verlässlich. Egal ob als Jugendbetreuer, Mannschaftstrainer oder als Feuerwehrmann: Freiwillig unbezahlte Arbeitsstunden für andere Menschen zu leisten, wird gerne gesehen.

Mit dem Berufsalltag ist das allerdings nicht immer problemlos vereinbar. Bundesweit helfen etwa eineinhalb Millionen Feuerwehrleute in brenzligen Situationen, und mehr als eine Million davon sind Mitglieder einer Freiwilligen Feuerwehr.

«Noch haben wir hinsichtlich der Einsätze unserer Leute keine Probleme mit den Arbeitgebern», sagt Holger Knödler, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg in Stuttgart. Dennoch mache sich vor allem im Öffentlichen Dienst oder im mittleren Managementbereich leiser Druck bemerkbar: «Dort werden dann schon eher Leute eingestellt, die nicht bei der Freiwilligen Feuerwehr sind.» So haben zum Beispiel die Angehörigen der Freiwilligen und Berufsfeuerwehr im Jahr 2005 in Baden-Württemberg rund 130 000 Einsätze bewältigt, hinzu kamen mehr als 23 000 Fehlalarme. Auch in dem Fall müssten die Einsatzkräfte ihren Arbeitsplatz verlassen und zum Einsatzort eilen, sagt Willi Dongus, Geschäftsführer des Verbandes.

Doch auch wenn der Angestellte mehrmals wöchentlich zu einem Einsatz gerufen würde: «Ein ehrenamtliches Engagement darf nicht zum Anlass für eine Kündigung genommen werden», sagt Rainer Huke, Rechtsanwalt bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) in Berlin. Solcherlei Klagen seien ihm allerdings auch noch nie untergekommen. Laut Gesetz ist der Arbeitnehmer für alle Ausbildungen und Einsätze freizustellen - der Arbeitgeber wiederum kann Ersatzansprüche für die verlorenen Arbeitsstunden beim Land geltend machen.

Doch auch wenn der Feuerwehrmann einen gewissen Schutz genießt: «Ein Kündigungsschutz besteht für ehrenamtliche Feuerwehrmänner nicht grundsätzlich», betont der Jurist. Bezüglich der Toleranz der Arbeitgeber hat der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr im schwäbischen Fellbach keine Probleme: «Die meisten unserer Angehörigen sind im Mittelstand tätig, da machen die Arbeitgeber keine Probleme», sagt Rainer Seeger.

Bundesweit macht den Verantwortlichen allerdings Sorgen, ob sich langfristig genügend Ehrenamtliche finden werden: Zwar gibt es derzeit rund 1,4 Millionen Männer und Frauen, die den Freiwilligen und Berufsfeuerwehren angehören. «Wir werden aber auf Grund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren erhebliche Personalprobleme bekommen», sagt Silvia Darmstädter vom Deutschen Feuerwehrverband in Berlin.

Informationen: Deutscher Feuerwehrverband, Reinhardtstraße 25, 10117 Berlin (Tel.: 030/288 84 88 00) sowie bei allen Freiwilligen Feuerwehren vor Ort.

Deutscher Feuerwehrverband: www.dfv.org

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