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Vergewaltigung auf dem Friedhof

Angeklagter „versteht sich selbst nicht mehr“

Bochum Eigentlich wollten sie auf dem Heimweg aus der Bochumer Innenstadt nur ein Stück zusammen gehen. Doch eine 33-Jährige erlebte stattdessen eine Albtraum-Vergewaltigung auf einem Bochumer Friedhof.

Angeklagter „versteht sich selbst nicht mehr“

Der 30-jährige Angeklagte soll eine Frau auf einem Bochumer Friedhof vergewaltigt haben. Foto: Hartwich

Der 30-jährige Bochumer war in der Nacht auf den 18. Februar 2018 über eine drei Jahre ältere Frau hergefallen. Die beiden hatten sich auf dem Heimweg von der Bochumer Innenstadt getroffen, waren ein Stück zusammen gelaufen, hatten sich unterhalten.

Am Bochumer Blumenfriedhof wurde die 33-jährige plötzlich niedergeschlagen, schwer misshandelt und vergewaltigt.

Im Prozess vor dem Bochumer Landgericht hatte der Angeklagte die Tat gestanden. Es war bereits das zweite Mal, dass er über eine Frau hergefallen ist. Im Januar 2010 war er vom Dortmunder Landgericht zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden – auch wegen Vergewaltigung.

Staatsanwaltschaft fordert neun Jahre Haft

„Er versteht sich selbst nicht mehr“, hatte sein Verteidiger Michael Emde zum Prozessauftakt erklärt. Der 30-Jährige habe eine Freundin gehabt, wollte angeblich heiraten.

Inzwischen stuft die Staatsanwaltschaft den Angeklagten als gefährlichen Hangtäter ein. Um die Allgemeinheit dauerhaft vor ihm zu schützen, wurde zusätzlich zu der neunjährigen Haftstrafe auch die Anordnung der Sicherungsverwahrung beantragt. Die wäre unbefristet. Die Verteidigung hält eine deutlich mildere Strafe für ausreichend. Die Plädoyers fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Polizei hatte die Tat zunächst nicht mitgeteilt

Der Fall hatte zusätzlich für Aufsehen gesorgt, weil die Polizei die Tat zunächst nicht mitgeteilt hatte. Die Rheinische Post hatte schließlich als erste über den Fall berichtet und dabei auch aufgedeckt, dass der Angeklagte wegen der früheren Verurteilung als stark rückfallgefährdet galt und sich deshalb in einem besonderen Überwachungsprogramm befunden hatte.

Das Urteil soll am 20. Juni verkündet werden.

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