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Aktionskünstler Hermann Nitsch hält nichts von Altersmilde

Hinterzarten. Auch mit beinahe 80 Jahren sucht der Wiener Aktionskünstler die Kontroverse. Er wolle streitbar bleiben, sagt Hermann Nitsch.

Aktionskünstler Hermann Nitsch hält nichts von Altersmilde

Aktionskünstler Hermann Nitsch in Hinterzarten. Foto: Patrick Seeger

Der umstrittene österreichische Maler und Aktionskünstler Hermann Nitsch (79) hält nichts von Altersmilde. „Kunst ist immer auch Kontroverse“, sagte er in Hinterzarten im Schwarzwald der Deutschen Presse-Agentur. „Je älter ich werde, desto klarer und direkter werden meine Werke.“

Wichtig seien ihm auch weiterhin Performances. „Ich mag es mir im Alter nicht zu bequem machen - auch künstlerisch nicht.“ Er versuche, alle Sinne anzusprechen und Debatten zu entfachen. „Ich will streitbar bleiben, auch im hohen Alter.“ Er setze daher auf leuchtende Farben, ungewohnte Materialien und das Spiel mit religiösen Themen.

Nitsch wird Ende August 80 Jahre alt. Er ist dafür bekannt, Tierkörper, Blut und Teile geschlachteter Tiere zu nutzen. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern des sogenannten Wiener Aktionismus.

In Hinterzarten bei Freiburg zeigt Nitsch eine Ausstellung über sein Lebenswerk von 1960 bis heute. Die Schau mit dem Titel „Zum Konzept des Orgien Mysterien Theaters“ ist bis zum 3. Juni zu sehen. Ausgestellt werden den Angaben zufolge unter anderem 44 großformatige Leinwandarbeiten, darunter für Nitsch typische sogenannte Schüttbilder, 75 Fotos, Videos und Druckgrafiken.

In seinem Wohnort Prinzendorf bei Wien plane er zudem eine Neuinszenierung seines 1998 aufgeführten „6-Tage-Spiels“, sagte Nitsch. Dieses gilt als der bisherige Höhepunkt seines Lebenswerks. „Ich mag dieses Spiel noch einmal wagen“, sagte er. „Es wäre die Erfüllung eines Lebenstraums.“ Im Jahr 2020 wolle er es im Schloss Prinzendorf, in dem er lebt und arbeitet, in neuer Form auf die Bühne bringen. Hierfür liefen derzeit die Vorbereitungen.

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