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Tierfänger als wohltätige Sammler getarnt?

01.10.2008

Tierfänger als wohltätige  Sammler getarnt?

<p>Eine der Sammeltonnen, die zur Tarnung der wahren Absichten der Organisation dienen sollen. MLZ-Foto Elfering</p>

Ahaus Elke Grasser aus Ahaus ist entsetzt und traurig, seit ihre geliebte Katze "Kissy" spurlos verschwunden ist. Und gleichzeitig wütend, denn sie hat einen Verdacht: "Es geht darum, dass dubiose Altkleidersammelorganisationen mit Tierfängern zusammenarbeiten. Die Eimer oder Körbe werden vor allem in Wohngebieten, in denen verstärkt Haustiere leben und Katzen freien Auslauf haben, aufgestellt."

Solche Sammelaktionen, wie sie kürzlich der Verein "Genesis - Internationale Entwicklungshilfe" in Ahaus und Umgebung durchgeführt hat, hätten jedoch nur eine Alibi-Funktion, ist sich Grasser sicher: Die Haustiere würden zunächst ausgespäht, nachts mit Lockstoffen angelockt, eingefangen und betäubt. Was dann mit ihnen geschehe, lasse sich leicht vermuten. Elke Grasser jedenfalls ist davon überzeugt, auf diese Weise ihre Katze verloren zu haben, und hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Bei ihren Recherchen war sie im Internet fündig geworden, wo vor dieser Tierfängermethode gewarnt wird.

Und sie steht mit ihren Vermutungen nicht allein: Unter anderem erreichte die Redaktion eine Beschwerde von Katja Brinkmann aus Alstätte, die ebenfalls ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Auch wenn das alles nicht nachweisbar ist und eher auf Mutmaßungen, denn auf Beobachtungen beruht: Unter der auf den Sammeltonnen angegebenen Kontaktnummer meldet sich jedenfalls niemand. Und auch der Stadt Vreden, wo "Genesis" ebenfalls tätig war, kam die Sache verdächtig vor. Sie bezeichnet die Organisation in einer Pressemitteilung als "unseriös" und ihre Geschäftspraktiken als "nicht transparent".

Nicht meldepflichtig

Das Problem: "Schon seit einiger Zeit müssen Sammelaktionen wie diese nicht mehr angemeldet werden", weiß der Ahauser Ordnungsamtsleiter Theo Witte. Zumindest das Aufstellen der Tonnen sei daher nicht illegal. Elke Grasser geht es allerdings nicht nur darum: Sie will vor allem aufrütteln und andere Tierliebhaber vor solchen Praktiken warnen. mel

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