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„Ära“ Paterno ist beendet

Basketball

Es war nicht das eine Spiel, das am Samstag gegen den BSV Wulfen verloren wurde. Es war auch nicht die sportliche Gesamtsituation, die den Verein immer noch auf einem respektablen sechsten Platz in der 2. Liga ProB sieht. Nein, es war vielmehr die Summe an Einzelsignalen, die letztlich zu diesem Schritt führte: Bill Paterno ist nicht mehr Trainer von Citybasket Recklinghausen.

Recklinghausen

von Von Ralf Wiethaup

, 28.01.2013
„Ära“ Paterno ist beendet

Ab sofort gibt er nicht mehr bei Citybasket den Ton an: Bill Paterno (M.). Foto: Holz

Bereits am späten Sonntagabend wurde dem US-Amerikaner diese Entscheidung von Georg Kleine telefonisch mitgeteilt. Und er hat es offenbar mit Fassung getragen: „In gewisser Weise hat er Verständnis gezeigt, auch wenn er natürlich nicht begeistert war. Aber er war auch nicht komplett sauer“, so der zweite Vorsitzende. Außenstehenden ist dieser Schritt angesichts der sicherlich nicht hoffnungslosen sportlichen Lage nicht spontan zu vermitteln, aber Georg Kleine versucht es trotzdem: „Bill hat einfach nicht die Atmosphäre geschaffen, die wir brauchen, um erfolgreich zu sein. Nicht in der Halle – und vor allem nicht im Team. Unserer Ansicht nach ist es nicht möglich, auf diese Weise das Letzte aus den Spielern herauszuholen. Zuletzt war alles nur noch sehr, sehr negativ.“ Schwingungen, die natürlich auch Kleine selbst, der stets neben Paterno auf der Bank Platz nimmt, wahrgenommen hat. Aber die deutlichen Fingerzeige aus dem Kreis der Spieler hatten zuletzt ein Maß angenommen, das den Vorstand nunmehr zum Handeln gezwungen habe. „Solange wir Erfolg hatten, brach das nicht unbedingt durch. Aber gerade nach den beiden jüngsten Niederlagen konnte man das nicht mehr ignorieren“, erklärt Kleine, der allerdings auch deutlich feststellt, dass es keine zielgerichtete „Spielerrevolte“ gegeben habe. Wer nunmehr die sportliche Verantwortung übernehmen wird, ist noch unklar, aber vielleicht wurden am gestrigen Abend schon die entscheidenden Weichen gestellt: Team und Vorstand trafen sich da zum Krisengespräch, um das weitere Vorgehen zu erläutern. Und offenkundig sind aktuell mehrere Alternativen möglich: Als naheliegendste Lösung würde sich zweifelsfrei ein Wiedereinstieg von Georg Kleine als Chefcoach anbieten, der das Team in der vergangenen Saison ja erst zum Aufstieg geführt hatte. Denkbar, so der zweite Vorsitzende, sei zudem ein Konstrukt, in dem Teamkapitän Mirko Bregulla die fachliche Leitung übernehme. Möglicherweise könnte aber auch ein „Vereins-Urgestein“ wie Pit Lüschper einspringen. Unstrittig ist aber wohl, dass es einige Citybasket-Akteure gibt, die jetzt wieder freier durchatmen. Zu diesen zählt sicher auch Bastian Wolff, der zuletzt aus eher nichtigen Gründen suspendiert wurde, was auch Georg Kleine nicht nachvollziehen konnte: „Es gibt in der Tat den einen oder anderen Spieler, dem Bill Paterno das Leben unnötig schwer gemacht hat. So kann niemand seine beste Leistung abrufen.“ Und auch Rob Franklin wurde diese Chance am Samstag offenbar ohne Not verweigert, wie Kleine erzählt: „Natürlich hatte er nicht jede Trainingseinheit in der Woche mitmachen können, und man konnte es deswegen ja noch nachvollziehen, dass er nicht in der Startformation stand. Aber dass man einen Mann wie Rob in einer solchen Partie nur gut neun Minuten spielen lässt, ist eigentlich völlig unverständlich.“