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13 Uhr mittags

Berlin. Showdown in der norddeutschen Provinz. Die Komödie „13 Uhr mittags“ zitiert im Ersten lustvoll und urkomisch das Western-Genre. Mittendrin: Jörg Schüttauf als Dorf-Sheriff Olaf.

13 Uhr mittags

Was machen Jörg Schüttauf (als Polizei-Dienststellenleiter Olaf Gabriel) und Rosalie Thomass (als BKA-Beamtin Gracia Keller) um „13 Uhr mittags“? Foto: Georg Wendt

Klassisches Western-Setting im hohen Norden: Einer kommt aus dem Gefängnis. Ein anderer fürchtet die Rache des freigelassenen Bankräubers. Und auch die Beute ist noch nicht wieder aufgetaucht.

„13 Uhr mittags“ heißt die skurrile Komödie, die das Erste am Mittwoch (30. Mai) um 20.15 Uhr zeigt. Und klar: Der Titel ist eine Anspielung auf den legendären US-Western „Zwölf Uhr mittags“ mit Gary Cooper und Grace Kelly.

In der im fiktiven Örtchen Hedly irgendwo an der norddeutschen Küste spielenden Version geht es aber eigentlich weniger um Leben und Tod, sondern mehr um leben und leben lassen. Obwohl zum großen Showdown Katharina Behrens („Es war einmal Indianerland“) als Schützenkönigin Julia einen nachhaltig bleihaltigen Auftritt hat - da driftet die Komödie mal kurz fast ins „Pulp Fiction“-Trash- und Splatterfach ab.

Die schusssichere Julia mit der Schrotflinte steht in der brenzligen Situation Jörg Schüttauf („Vorwärts immer!“) als gemütlichem Dorf-Sheriff Olaf bei. Der will seinen Posten aus ganz bestimmten Gründen so schnell wie möglich an seinen (dann leider kurzfristig erkrankten) Nachfolger abtreten - wird in seinen letzten Stunden im Dorf aber von der Vergangenheit eingeholt. Und dann ist da auch noch die junge LKA-Beamtin Gracia (Rosalie Thomass). Sie will herausfinden, was damals nach dem Bankraub wirklich passiert ist.

Der Bahnhof ist der bedeutungsträchtige Schauplatz, den sich Drehbuchautor Klaus Burck und Regisseurin Martina Plura („Vorstadtrocker“) für den Auftakt ihres wilden und herrlich ironischen Western-Ritts ausgesucht haben. Dort werden Särge neuerdings wieder per Pferdekutsche abgeholt. Und dort kommt mit dem 13.00-Uhr-Bummelzug auch die Gangster-Gang um Anführer Simon (Thomas Arnold) an, um die Bankraub-Beute an sich zu bringen - kleiner Rachefeldzug inklusive.

Bankräuber Simon ist ein finsterer, leicht melancholischer Typ. Er korrigiert die Grammatikfehler seines Kumpels, trauert um seinen nach dem Banküberfall ums Leben gekommenen Bruder und philosophiert über den absoluten und relativen Wert von Geld. Sein Gegenspieler Olaf wurde gerade von seiner Partnerin verlassen, bangt um seinen kranken Hund mit dem Namen Herr Anton und hat Probleme mit dem klapperigen Fluchtwohnmobil.

Die Story von „13 Uhr mittags“ ist gespickt mit kuriosen, witzigen Details: von der XXL-Roulade aus der Mikrowelle im örtlichen Gasthof über das ausgestopfte Wiesel auf der Fensterbank bis zur Schießerei zwischen Telefonzelle und dem Werbeplakat für „Obst direkt vom Erzeuger“. Und dem nationalistischen und fremdenfeindlichen Gastwirt im Dorf bietet Olaf nonchalant Paroli.

Beim großen Aufeinandertreffen zwischen Olaf und den Gangstern bringt der Dorfsheriff erstmal nur ein Krächzen über die Lippen. Doch dann kommt mit der Schützenkönigin eine starke Frau ins Spiel. „13 Uhr mittags“ ist eine höchst vergnügliche Westernparodie. Schwarzer Humor mit knorrigen Typen - schön lakonisch, wunderbar absurd.

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