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1000 Gramm CO2 pro Kilowattstunde einsparen

Berlin/Karlsruhe (dpa/tmn) - Als am 31. März in Sydney das Licht ausging, war das eine Aktion der Umwelt zuliebe: Für eine Stunde schalteten Geschäfte, Stadtverwaltung und 65 000 Privathaushalte die Beleuchtung ab, um zum Nachdenken über den Klimawandel anzuregen.

Langfristig sparen können Verbraucher, wenn sie im Haushalt heimliche Stromfresser aufspüren. Damit verringern sie auch den CO2-Ausstoß. «Die Stromerzeugung in den Kraftwerken hängt damit zusammen, wie viel in den Haushalten und der Industrie verbraucht wird», erläutert Stephan Kohler von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin. Daher wirkt sich Stromsparen auch direkt auf die CO2-Emissionen aus.

Die Klimabelastung bemisst sich laut dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe nach der Art der Stromerzeugung: Während bei der Verbrennung von Kohle und Gas CO2 in die Luft abgegeben wird, entstehen in Atomkraftwerken keine CO2-Emissionen. Die Stromerzeugung mit Biobrennstoff wie Holz nennen Experten «CO2-neutral».

«In einem modernen Braunkohlekraftwerk entstehen etwa 1000 Gramm CO2 pro produzierter Kilowattstunde Strom», sagt Harald Bradke vom ISI. Im Steinkohlekraftwerk seien es 800 Gramm, in Erdgaskraftwerk «im Idealfall» 250 bis 380 Gramm. Zum Vergleich: Ein VW Golf gibt pro Kilometer 160 Gramm CO2 in die Luft ab. Eine Kilowattstunde Strom belastet das Klima also so viel wie 6,25 Kilometer mit dem Golf.

Bei Single-Haushalten rechnen Energieversorger mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 1500 Kilowattstunden Strom. Der größte Posten im Haushalt entfällt laut Kohler auf Kühlgeräte und Waschmaschinen. Auch die Beleuchtung, Telekommunikationsgeräte und Unterhaltungselektronik benötigen viel Strom. Verbraucher können also viel tun, um gegen heimliche Stromfresser im Haushalt anzugehen:

- Stand-by-Modus: Wenn etwa der Fernseher nur über die Fernbedienung ausgeschaltet wird, zieht er weiter Strom. Auch Spielkonsolen oder Hifi-Anlagen sollten gleich nach dem Betrieb vom Netz getrennt werden. Helfen kann dabei eine schaltbare Steckdosenleiste. Wer hier konsequent ist, spart pro Jahr nach Berechnungen der dena 35 Euro.

- Schein-Aus-Zustand: Viele Geräte haben keinen «echten» Ausschalter und verbrauchen auch Strom, wenn sie nicht laufen. Dazu gehören Set-Top-Boxen zum Fernsehempfang. Der dena zufolge haben auch viele externe Modems keinen Ausschalter. Wenn nicht der Stecker gezogen wird, verbrauchen sie oft genau so viel Strom wie im Normalbetrieb.

- Kühlgeräte: Im Schnitt verbraucht ein Vier-Personen-Haushalt pro Jahr für das Kühlen und Gefrieren mehr als 600 Kilowattstunden, so der Bund der Energieverbraucher in Unkel. Besonders stromsparende Kühl-Gefrier-Kombinationen - Energieeffizienzklasse «A++» - benötigen nur rund 200 Kilowattstunden. Das spart 40 Euro Stromkosten im Jahr.

- Kochen: Ein Glaskeramik-Kochfeld verbraucht laut der dena weniger Strom als eine Kochmulde mit gusseisernen Platten. Kochfelder mit Induktionstechnik sin besonders energieeffizient, aber sehr teuer. Zudem sind nur Töpfe und Pfannen mit magnetisierbarem Boden für die Induktionstechnik geeignet.

- Waschmaschinen und Trockner: Der sparsamste Frontlader für maximal fünf Kilo Wäsche verbraucht 0,8 Kilowattstunden Strom und 35 Liter Wasser, der «hungrigste» 1,33 Kilowattstunden und 65 Liter, so das Niedrig Energie Institut (NEI) in Detmold. Bei den Trocknern sind Gas- und Wärmepumpen-Geräte die effizientesten.

- Geschirrspüler: Sie sollten immer im Energiespar- oder Umweltmodus laufen, der zum Beispiel Eco heißt. Er dauert länger, spart aber Strom. Hängt der Spüler direkt an der Warmwasserversorgung, wird noch weniger verbraucht. Voraussetzung: Die Warmwasserversorgung sollte besonders energieeffizient erfolgen - über eine moderne Gas- oder Ölheizung, mit einer Solaranlage oder per Fernwärme.

Informationen: Datenbank sparsamer Haushaltsgeräte unter www.spargeraete.de; Broschüre «Strom und Wasser sparen lohnt sich» für 2,50 Euro beim Bund der Energieverbraucher (Frankfurter Str. 1, 53572 Unkel); Broschüre «Haushaltsgeräte: Energiespar-Tipps für Ihren Haushalt» als Download unter www.stromeffizienz.de.

Niedrig-Energie-Institut www.spargeraete.de

Deutsche Energie-Agentur GmbH: www.stromeffizienz.de

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