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Individualisten kommen als Mannschaft zusammen

Das Sportporträt

Die Triathlonmannschaft des SV Hullern hat sich den Klassenerhalt in der Verbandsliga erkämpft. Hinter dem Erfolg steckt harte Arbeit und ein Zeitmanagement.

Hullern

von Horst Lehr

, 24.05.2018
Individualisten kommen als Mannschaft zusammen

Markus Köster (v.l.), Malte Szostak, Carsten Künsgen und Tim Diekenbrock starten für die Triathlonmannschaft des SV Hullern. Foto: Lehr

Die Triathlonmannschaft des SV Hullern hat es wieder einmal geschafft: Trotz einer schwierigen Verbandsligasaison, die von vielen krankheitsbedingten Ausfällen geprägt war, konnte sich die Mannschaft im Herbst beim letzten Ligastart im Teutoburger Wald gegen Riesenbeck am Ende den Klassenerhalt sichern. Erstmalig fast in Bestbesetzung warfen die Sportler noch einmal alles in die Waagschale und zeigten in diesem Wettkampf ihr Potenzial. Das dabei wegen eines technischen Fehlers und der daraus resultierenden Zeitstrafe statt dem siebten der zehnte Platz heraussprang, war am Ende nebensächlich.

Eingeübtes Szenario

Timm Diekenbrock (37), Hendrik Hassenkamp (21), Ralf Hassenkamp (54), Christian Kiml (49), Malte Szostak (34), Marcel van Eick (29), Thorben Wachenfeld (23), Carsten Künsgen (47) wie auch Markus Köster bilden die Mannschaft, die in verschiedenen Besetzungen antrat. Zu den insgesamt vier Wettkämpfen pro Saison reisten die Sportler in der Regel immer alleine an, denn das Gepäck und die Fahrräder passen nicht in ein Auto. Gestartet wurden alle Wettkämpfe über die olympische Distanz. Dabei waren 1500 Meter zu schwimmen, auf dem Rad mussten jeweils 40 Kilometer gefahren werden und die Laufstrecke führt über 10000 Meter.

Hendrik Hassenkamp und Künsgen sind als Topschwimmer eine sichere Bank, wobei Künsgen auch sehr stark in allen Disziplinen ist. Ralf Hassenkamp bringt nach 30 Jahren sehr viel Erfahrung in die Mannschaft und Diekenbrock gehört zu den schnellsten auf der Laufstrecke. Szostak, der erst seit drei Jahren das Team unterstützt, sammelt wichtige Punkte am Schluss.

Vor Ort versucht die Mannschaft immer, ein möglichst eingeübtes Szenario abzuspulen. Nach der gemeinsamen Startplanung geht es in die Vorbereitung. Hier werden mit großer Sorgfalt die Räder und die Schuhe an passender Stelle in der Wechselzone organisiert. „Wenn man aus dem Wasser kommt, ist es extrem wichtig, dass die Ausrüstung möglichst schnell greifbar ist“, sagt Diekenbrock. Insgesamt besteht das Starterfeld aus 18 Mannschaften, die je mit vier Sportlern antreten. Vom Reglement her ist während des Rennens gegenseitige Unterstützung nicht erlaubt.

Die besondere Motivation beim Ligastart entsteht aus der Tatsache, das jeder für das Ergebnis der gesamten Mannschaft mitverantwortlich ist. Vor diesem Hintergrund versuchen alle, so schnell wie möglich, in den einzelnen Disziplinen nach vorne zu kommen. Allerdings halten die Startorte besondere Überraschungen bereit. So ist es in Steinbeck eher hügelig, mit teilweise sehr technischen Radkursen.

Dort artete der Wettkampf in eine regelrechte Hitzeschlacht aus, bei der ein Mannschaftskollege weit über seine körperliche Grenze ging und ärztlich versorgt werden musste. Szostak erinnert sich noch gerne an seinen Start in Harsewinkel.

Von Beginn an Vollgas

„Das war meine erste olympische Distanz. Da lief es echt super für mich“, sagt er. Die beiden Radrunden in Herscheid sind sehr anstrengend und Künsgen denkt noch mit Schrecken an das Schwimmen zurück. „Da standen die Schleusen auf Gegenströmung und du bist gefühlt rückwärts geschwommen“, sagt er. Dabei ist die Taktik bei allen Rennen gleich: „Du musst von Beginn an Vollgas geben, sonst hast du keine Chance.“ Um diese besonderen Leistungen zu erbringen, trainieren die Hullerner Athleten jede Woche mindestens zehn Stunden. Die Trainingsintervalle beinhalten in der Regel vier Läufe zwischen 10 und 25 Kilometern. Auf dem Rad werden drei Mal Strecken von 70 bis 130 Kilometern zurückgelegt und dazu kommen noch 3000 Meter „Kachelzählen“ im Schwimmbecken. Laufen und Radfahren erfolgt oft als Koppeltraining mit vielen Belastungswechseln und dazu steht auch immer ein Standardkrafttraining im Programm. Dazu gehören aber auch Pausenintervalle. Künsgen erklärt: „Auch in den Pausen kann man schneller werden und im Training sollte man am besten das machen, wo man noch den größten Nachholbedarf hat“. Für Diekenbrock steht fest: „Die Trainingszeit wird dem Familienkonto abgezweigt.“

Die Ligasaison ist vom Niveau insgesamt höher als viele Einzelwettkämpfe. Da Triathlon ein aufstrebender Sport ist, sind die Anmeldefristen sehr kurz und es ist für alle jedes Jahr eine neue Herausforderung, die Termine zu koordinieren. „Meine beste Leistung habe ich bei der Qualifikation für den Ironman in Hawaii in Frankfurt davor gebracht“, sagt Künsken. Für Szostak war dagegen der Start bei der Challenge Mallorca etwas ganz Besonderes.

Heike Rockhar, Abteilungsleiterin Triathlon beim SV Hullern, sagt: „Mit dem Ligastart bieten wir unseren Sportlern eine ideale Plattform, bei der die Individualisten auch zusammen als Mannschaft starten können“.