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Stadt beauftragt neues Gutachten für Sportplätze

VfL Schwerte hofft weiter auf Kunstrasen

Der Kunstrasen auf dem Schützenhof hat seine beste Zeit hinter sich. Da sind sich alle Beteiligten einig. Ob und wann er erneuert wird, steht auf einem anderen Blatt. Und dann bleibt noch die Frage: Wer zahlt dafür?

Schwerte

von Heiko Mühlbauer

, 26.04.2018
Stadt beauftragt neues Gutachten für Sportplätze

Der Kunstrasenbelag des Stadions Schützenhof ist renovierungsbedürftig. Ob und wann es zu einer Sanierung kommt, ist aber offen. © Bernd Paulitschke

Viel Geduld mussten Mitglieder und Vorstand des VfL-Schwerte am Mittwochabend aufbringen. Denn ihr Anliegen wurde erst als letzter Punkt der langen Tagesordnung der gemeinsamen Sitzung von Jugendhilfe- und Sportausschuss aufgerufen. Dabei gab es weder viel Diskussionsbedarf noch wurde eine zeitnahe Lösung vereinbart. Nach 15 Minuten war das Thema beendet.

Schützenhof ist sanierungsbedürftig

Die Situation: Der VfL Schwerte möchte gerne den Kunstrasen auf dem Platz am Schützenhof erneuert haben. Dass der Belag seine Lebenszeit überschritten hat, ist unstrittig. Strittig ist allerdings die Finanzierung. Wirtschaftsratsvorsitzender Bernd Arnhold ist überzeugt, dass die Stadt für die Sanierung zuständig sei. Schließlich habe man 2001 einen Vertrag mit der Verwaltung geschlossen, in dem festgelegt wurde, dass der Kunstrasen nach 15 Jahren auf städtische Kosten erneuert würde. Der zuständige Fachbereichsleiter der Stadt, Andreas Pap, hält dem einen Vertrag von 2011 entgegen. Darin hatten sich Stadt und Verein über die Nutzung und Pflege der Sportanlage geeinigt. Demnach sei eine Sanierung des Belags eine Einzelfallentscheidung.

VfL will 20 Prozent tragen

Im Sportausschuss stand nun ein Antrag des VfL zur Debatte, der sich zwar finanziell an der Sanierung beteiligen will, aber den Löwenanteil von der Stadt einfordert. „Wir haben bereits die Beiträge erhöht und von Mitgliedern Spenden eingefordert“, so Arnhold. Mehr sei nicht drin. 20 Prozent der Kosten will der VfL tragen.

Doch bevor es im Ausschuss zu einer Debatte kam, erklärte Hans-Georg Winkler, als Dezernent derzeit noch für den Bereich Sport zuständig, dass man ohnehin das Thema Sportstätten neu angehen wolle. „Wir haben Kontakt mit dem Gutachter des Sportstättenentwicklungsplans aufgenommen“, so Winkler. Dieser solle erneut alle Sportplätze untersuchen und deren Notwendigkeit beurteilen, auf der Basis des Einzugsgebietes und der Bevölkerung dort. Das Ganze erhält den Titel Sportstättenzielplanung und gebe dann die Daten vor, nach denen man die Plätze sanieren müsse. Wann dieses Werk fertig sei und wann man dann im Zweifel mit einer Sanierung rechnen könne, dazu sagte Winkler nichts. Arnhold ist mit dem Plan einverstanden, drängt aber auf eine zügige Umsetzung. „Unser Platz kann jeden Tag von einem Schiedsrichter als unbespielbar erklärt werden.“

Hoher vierstelliger Betrag fürs Gutachten

Kostengünstig ist das neue Gutachten nicht. „Wir müssen dafür einen sehr hohen vierstelligen Betrag in die Hand nehmen“, erklärte Winkler. Ob Gutachter Dr. Günter Breuer, der bereits bei der Sportstättenentwicklungsplanung vor neun Jahren erklärt hatte, dass Schwerte mit vier Sportplätzen auskomme, jetzt zu einem anderen Ergebnis kommt, steht auf einem anderen Blatt. Umstritten ist nach wie vor auch die Frage der Finanzierung. Angesichts der Tatsache, dass der Geisecker SV und die SG Eintracht Ergste jeweils 80 Prozent der Kosten für ihren Kunstrasen selbst beigesteuert hatten und nur 20 Prozent aus der Stadtkasse beglichen wurde, halte er die Forderung der VfL für nicht gerechtfertigt, erklärte Stadtsportverbandsvorsitzender Heiner Kockelke. Und dass der VfL in seiner Begründung argumentierte, bei Spielen der ersten Mannschaft mehr Zuschauer als der benachbarte ETuS/DJK verbuchen zu können, ärgert ihn. Das sei „Sandkastendenken“, so Kockelke.

Kommentar

Mit Jugendspielern, Betreuern und Eltern war der Vorstand des VfL Schwerte zur Ausschusssitzung, die in der Aula des FBG stattfand, angereist. Schließlich wollte man verdeutlichen, für wen der Kunstrasen sein sollte. In der Aula ließ man Kinder und Erwachsene dann warten. Über zwei Stunden debattierten die beiden Ausschüsse in ihrer gemeinsamen Sitzung über Kindergartenbeiträge, Bauvorhaben, hörten einen Vortrag der Grundschule Villigst und debattierten über die Wahl von Jugendschöffen. Alles wichtige Themen, aber ohne Zuschauerinteresse. Als der Punkt nach über zwei Stunden an der Reihe war, hatte man zumindest erfolgreich dafür gesorgt, dass Eltern und Kinder wieder abgezogen waren. Eine Änderung der Tagesordnung kam offensichtlich für niemanden im Plenum in Frage. Eine Werbung für Demokratie vor Ort sieht anders aus. Heiko Mühlbauer