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Kampfsport

Tobias Voss verpasst den WM-Titel

DORSTEN Es sollte der Höhepunkt der Fight Night der Workers Hall in der Juliushalle werden, doch am Ende war die Enttäuschung riesig: Tobias Voss hat am Samstagabend den Kampf um den vakanten Weltmeistertitel des Verbands IPTA gegen Ismail el Brouzini nach Punkten verloren.

Tobias Voss verpasst den WM-Titel

Tobias Voss (l.) holte den ersehnten WM-Titel für die Dorstener Workers Hall.

"Das ist kein gerechtes Urteil. Das muss ich erstmal verdauen", sagte Workers-Hall-Chef Sebastian Louven nach der Bekanntgabe der Punktrichter-Urteile. Zwei von ihnen hatten Ismail el Brouzini als Sieger gesehen (48:46/48:47), nur bei einem lag Voss knapp vorne (48:47).

Workers Hall-Fight Night 2014

"Völlig unverständlich", fand Louven das. Diese Meinung hatte er nicht exklusiv, ein Fehlurteil lag aber ganz sicher nicht vor. Tobias Voss brachte es wohl am besten auf den Punkt: "Diesen Kampf kann man so oder so werten. Ich bin enttäuscht, aber ich akzeptiere das Urteil." Erstaunlich abgeklärte Worte nur wenige Minuten nach einem hitzigen Duell im Ring. Beide Kämpfer verzichteten auf ein Abtasten und drückten vom ersten Gong an aufs Tempo. Voss schien von den schnellen Kicks el Brouzinis durchaus überrascht, seine Schläge kamen kaum durch.

In Runde zwei stand Voss dennoch kurz vor dem Sieg. Ein klaffender Cut an der Augenbraue brachte el Brouzini völlig aus dem Konzept, der aus Marokko stammende Grieche wurde sogar einmal im Stehen angezählt und rettete sich nur mit einiger Mühe in die Pause.  Dort bekam sein Team aber sowohl die Wunde als auch die Psyche des erfahrenen Thaiboxers in den Griff. In Runde drei griff el Brouzini wieder beherzt an - und setzte in Runde vier die auf den Punktzetteln am Ende vielleicht entscheidende Aktion: Er traf Voss mit dem Knie am Körper, nun musste auch der Dorstener angezählt werden. In der letzten Runde konnte keiner der Kämpfer noch entscheidende Treffer ins Ziel bringen. Voss schlug härter und präziser, el Brouzini kickte weiter erbarmungslos und war insgesamt etwas aktiver - und feierte den Sieg im Überschwang der Gefühle schon vor dem offiziellen Urteil mit seinem lautstarken Team.

Der Grieche zeigte sich später aber als sehr fairer Gewinner und bot Voss noch im Ring einen Rückkampf an. "Ob hier oder in Griechenland, das soll das Management entscheiden." Gut möglich, dass es tatsächlich dazu kommt. Voss hat zwar in Berlin einen Vertrag als Profiboxer unterschrieben, will aber weiter auch Thaibox-Kämpfe bestreiten: "Ich höre erst auf, wenn ich den Weltmeistertitel nach Dorsten geholt habe", versprach er seinen Fans. Insgesamt war der Kampfabend aus Workers-Hall-Sicht lange hervorragend gelaufen. Höhepunkt war der Sieg von Hayder Gramadtke im Kampf um den DM-Titel in der Klasse bis 67 Kilogramm. Nach langer Kampfpause gewann er gegen Solo Zehau aus Wetzlar in der dritten Runde durch Knockout. Siege gab es auch für Joel Banaschewski, Alex Schürhoff, Carsten Timpert, Maxi Datko und Tim Church. Maria Schalk holte nach einem starken Auftritt ein Unentschieden, im Vorprogramm musste sich nur Leandros Mpasouris geschlagen geben. Doch die gute Bilanz verhagelten die letzten drei Kämpfe des Abends. Denn vor Tobias Voss hatten auch Marcel Hesker und Jan Tkocz den Ring als Verlierer verlassen. Während Tkocz in der Klasse bis 73 Kilogramm gegen Sergej Wotschel unstrittig nach Punkten verlor, haderte 114-Kilo-Mann Hesker mit dem Ringrichter. Der hatte den Kampf gegen Ademaj Shkelcim beendet, weil Hesker sich nach einem Niederschlag nicht schnell genug wieder kampfbereit zeigte. "Regelscheiße", nannte Louven das - und in diesem Fall war fast die gesamte Halle der gleichen Meinung. Ein lautes Pfeifkonzert begleitete die Urteilsverkündung. Doch die größte Enttäuschung des Abends sollte erst noch kommen...

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