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Spielfest war ein Spaßfest

Integrativer Sport

Otto Schröder wollte nicht klagen. 70 Teilnehmer hatten sich zum 36. integrativen Spiel- und Sportfest von SuS Concordia Flaesheim und der Lebenshilfe Haltern/Marl angemeldet, 70 waren gekommen. Doch zur Integration von Menschen mit Behinderung gehören auch die anderen, die Nichtbehinderten.

FLAESHEIM

von Von Andreas Leistner

, 24.06.2012
Spielfest war ein Spaßfest

Ein Bild der Freude: Auch das 36. Spiel- und Sportfest auf der Haardkampfbahn machte allen Teilnehmern viel Spaß.

Natürlich waren welche da. Die Eltern der behinderten Teilnehmer, die Helfer und Organisatoren der Concordia, die Mitglieder der Lebenshilfe und die Vertreter der politischen Parteien, die traditionell als Erste den Geschicklichkeits-Parcours durchliefen, und einige Kinder. Doch ansonsten blieb die Zahl derer, die in ihrem Alltag vielleicht keinen direkten Bezug zu Behinderten haben, sehr überschaubar.

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Spiel- und Sportfest Flaesheim

Das 36. Spiel- und Sportfest von SuS Concordia Flaesheim und der Lebenshilfe Haltern/Marl brachte allen Teilnehmern wieder viel Spaß. Die Zahl der Besucher war allerdings womöglich wegen einiger Konkurrenzveranstaltungen überschaubar.
24.06.2012
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© Heike Heimsoth
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Schlagworte Haltern

„Es gibt sicher Berührungsängste“, erklärte Otto Schröder. Auch nach 36 Jahren noch. „Es ist ein bisschen zu windig und kühl zum Kaffeetrinken. Das Wetter könnte heute eine Rolle spielen“, meinte Schröder, „oder auch die Konkurrenz anderer Veranstaltungen. Der Tag der offenen Tür bei den Quarzwerken oder das Wasserfestival haben uns heute sicher den einen oder anderen Besucher gekostet.“ Dass die Haardkampfbahn sonst aus allen Nähten geplatzt wäre, will man dem Organisator aber auch nicht so recht glauben.

Dabei haben sich die, die aktiv mitmachen, schon lange auf die Veranstaltung gefreut. „Das Spielfest gehört zu den festen Eckdaten im Jahr, auf die die Behinderten hinleben und nach denen sie immer wieder fragen“, berichtet Brigitte Heilmann, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Haltern/Marl. Und die körperliche Aktivität, macht den Behinderten nicht nur Spaß, sie ist auch medizinisch wichtig für sie. „Es gibt viele Teilnehmer, die ich schon seit 36 Jahren kenne“, sagt Otto Schröder: „Am Anfang, als Zehnjährige, waren sie mit Feuereifer und Bewegungsdrang bei der Sache. Heute, als fast 50-Jährige, ist es viel schwerer, sie zu motivieren, und ihre Beweglichkeit hat rapide nachgelassen.“ Eine Beobachtung, die natürlich auch auf so manchen Nichtbehinderten zutrifft. Aber: „Bei behinderten Menschen geht der körperliche Verfall viel schneller vonstatten“, erläutert Brigitte Heilmann. Sport spielt daher für sie eine noch wichtigere Rolle.

Auch Lebenshilfe-Vorsitzender Dirk Kruppa ist deshalb froh, dass es das Angebot des Sport- und Spielfestes gibt. Ob es mehr davon geben müsste? „Eigentlich schon, aber das können wir als Ehrenamtliche nicht leisten. Deshalb sind wir Concordia Flaesheim sehr dankbar für dieses Angebot.“ Der Spaß, den die Teilnehmer beim Balancieren, Elfmeterschießen oder Wasserspritzen haben, unterstreicht seine Worte. Wichtig ist das Sport- und Spielfest aber auch für die Eltern der Behinderten. „Man kann Informationen austauschen. Etwa, wo man welchen Antrag zu stellen hat“, erläutert Otto Schröder. Oder über Krankheitsbilder fachsimpeln oder einfach nur mal klönen.

Die Idee zu dem Fest hatte Schröder seinerzeit zusammen mit dem damaligen Vorsitzenden der Lebenshilfe Hans Joachim-Scholz, der wie er in Haardklinik arbeitete. Schröder wusste: „Man muss Behinderte an die Hand nehmen, damit sie etwas ausprobieren, damit sie ihre Geschicklichkeit erproben.“ Vielleicht ist es mit Nichtbehinderten ja genauso. Damit sie den Kontakt nicht scheuen und sich einlassen. Damit sie den Weg zur Haardkampfbahn finden, wenn dort das 37. Spiel- und Sportfest stattfindet. Damit Integration funktioniert.  

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