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Tanzen

Sandro Hoffmann macht den TTH Dorsten fit

DORSTEN Aufstieg – Abstieg – Aufstieg – Abstieg. Die Lateintänzer des TTH Dorsten haben von ihrem Dasein als Fahrstuhlmannschaft zwischen 1. und 2. Bundesliga die Nase voll. Fitness heißt das Zauberwort des neuen Konzepts, mit dem sich die Dorstener dauerhaft in der Beletage der deutschen Latein-Formationen etablieren wollen. Deshalb haben sie einen ausgewiesenen Fachmann eingeladen: Motoriktrainer Sandro Hoffmann hat am Sonntag das Training der TTH-Formation beobachtet, Defizite der einzelnen Tänzer analysiert und ein Trainingsprogramm für sie maßgeschneidert.

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»Was glaubt ihr, warum ich hier bin?« Sandro Hoffmann (r.) erläuterte den Latein-Paaren der Dorstener Formationen zunächst die Theorie, bevor es an die praktischen Fitness-Übungen ging.

Sandro Hoffmann ist mit seinen Fitness-Workshops für Tänzer weltweit gefragt.

Der junge Tänzer lächelt ein wenig verlegen. Er weiß: Was er gerade gesagt hat, gefällt dem Mann, der vor ihm und seinen Formationskollegen steht, nicht. „Laufen ist nicht so meins“, hat er zugegeben, als dieser Fitnesstrainer gefragt hat, was die Dorstener Tänzer denn außer Tanzen noch so für ihren Körper tun. „Laufen ist nicht so deins“, wiederholt Sandro Hoffmann, der Mann aus München, und lächelt auch. Er haut gerne mal einen flapsigen Spruch raus. Etwa den von seinem Eindruck des Auftakts der Dorstener Choreographie: „Das war ein bisschen wie ,Die Elefanten legen los‘ .“ Doch in der Sache versteht der 39-Jährige keinen Spaß. „Laufen ist nicht so deins“, sagt er noch einmal, „aber weißt du was? Das ist mir total egal! Denn Laufen ist eine Notwendigkeit.“ Und dann erläutert Hoffmann, warum. „Um Grundlagenausdauer aufzubauen, muss man gezielt spezifische Herzfrequenzen ansteuern. Das geht mit keiner Sportart so gut wie mit Laufen. Schwimmen oder Radfahren belasten nur bestimmte Körperpartien und können zu deren Ermüdung führen, bevor man die richtige Herzfrequenz erreicht hat. Deswegen“, schreibt der Fitness-Experte den Dorstener Tänzern ins Trainingsstammbuch, „müssen wir Laufen zu unserem Freund machen.“

Hoffmann weiß, wovon er redet. Er hat selber getanzt und Bücher über Motorik und Fitness im Alter geschrieben. Als er für das Tanzsport-Magazin „Tanzspiegel“ einen Artikel über die Bedeutung unterstützenden Kraft- und Ausdauertrainings schreiben wollte und nirgendwo Literatur dazu fand, war die Idee geboren: Hoffmann entwickelte zusammen mit einer Bekannten ein Konzept für entsprechende Fitness-Workshops für Tänzer. „Am Anfang haben wir gedacht, wir geben so ein, zwei Workshops im Monat“, erinnert er sich. Mittlerweile sind es noch ein, zwei Tage im Monat, die er frei hat. An den anderen düst er quer über den ganzen Erdball und vermittelt sein Wissen an Tänzer in aller Welt. Bevor er nach Dorsten kam, war er zuletzt zwei Wochen in Asien.

Der Kontakt zum TTH und dessen Trainerin Jeanette Seydich entstand vor drei Jahren. „Bei meiner Arbeit treffe ich natürlich sehr viele Tänzer, die man dann immer mal wieder sieht“, erzählt Hoffmann. Jeanette Seydich und er lernten sich vor drei Jahren beim traditionsreichen Dance Festival im englischen Blackpool kennen. „Und es hat bis heute gedauert, bis wir einen passenden Termin für einen Workshop gefunden haben“, lacht er. Die Dorstener haben ihn aber natürlich nicht zum Spaß eingeladen. Der TTH will sich zur neuen Saison neu aufstellen. Dazu gehört weit mehr als nur die übliche neue Choreographie. „Wir haben unseren Stil geändert, setzen auf mehr Schnelligkeit und Dynamik“, erklärt Jeanette Seydich. Der TTH will nicht nur den Wiederaufstieg, er will sich dauerhaft in der 1. Liga etablieren. „Dazu“, so Seydich, „müssen die Körper der Tänzer ausgebildet werden.“ Ein spezielles Aufwärm- und Fitnessprogramm soll her. Und genau dazu ist Sandro Hoffmann da.

Damit er weiß, wo er anpacken muss, schaut er sich die A-Formation des TTH zunächst in Aktion an. Anschließend versammelt er die Tänzer um sich und bringt ihnen zunächst die theoretischen Grundideen näher. „Damit Schwieriges leicht aussieht, muss ein Muskel austrainiert sein“, macht er seinen Zuhörern klar. Damit er es wird und es auch über eine ganze, sechsminütige Choreographie hin bleibt, braucht es Ausdauer. Grundlagenausdauer. Wie man die bekommt, kann Hoffmann aber nicht nur theoretisch erklären, er kann es auch zeigen. Und so lernen die Dorstener Tänzer im zweiten Teil des Workshops die verschiedensten Übungen kennen und bekommen ein Aufwärmprogramm an die Hand, das sie künftig absolvieren können. Dazu kommen dann zwei gemeinsame Fitness-Einheiten und selbständiges Training. Am besten Laufen. „Wenn ihr wirklich ein Spitzenteam werden wollt“, sagt Sandro Hoffmann, „dann müsst ihr euch dem Thema Fitness stellen. Dann muss Laufen euer Freund werden.“

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»Was glaubt ihr, warum ich hier bin?« Sandro Hoffmann (r.) erläuterte den Latein-Paaren der Dorstener Formationen zunächst die Theorie, bevor es an die praktischen Fitness-Übungen ging.

Sandro Hoffmann ist mit seinen Fitness-Workshops für Tänzer weltweit gefragt.

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