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Rasante Entwicklung

Das Sportporträt

Rieke Stein hat sich rasant entwickelt. Die 14-jährige Halternerin nahm schon an der Westdeutschen Meisterschaft im Badminton teil. Ihr nächstes großes Ziel ist die Deutsche Meisterschaft.

HALTERN

von Horst Lehr

, 01.03.2018
Rasante Entwicklung

Rieke Stein hat mit ihren gerade 14 Jahren bereits eine rasante Entwicklung als Badminton-Spielerin hingelegt. Foto Lehr

Rieke Stein hat sich der weltweit schnellsten Ballsportart verschrieben: Badminton. Die 14-jährige Schülerin des Josef-König-Gymnasiums trainiert bis zu viermal die Woche und belohnte sich im vergangenen Jahr mit einem Podiumsplatz bei der Westdeutschen Meisterschaft.

Schon als Sechsjährige begann sie, im Verein zu spielen. Als damals jüngstes Mitglied trat Rieke dem ATV Haltern bei. Ihre Eltern spielten ebenfalls Badminton und so war Rieke oft genervt, wenn ihre Mitschüler in der Grundschule von Federball statt von Badminton sprachen.

Früh trainierte sie mit den älteren Spielern des Vereins mit. Der Altersunterschied war kaum erkennbar. „Dass Badminton meine Sportart ist, merkte ich schnell“, sagt sie. Auch ihre erste Turnierteilnahme ließ nicht lange auf sich warten. 2011 in Rheinhausen war die Schülerin die einzige Starterin in der U7-Klasse. „Dadurch war mir die Medaille schon sicher“, erinnert sie sich heute lachend.

Wie schon im Training schlug sie sich gegen die ältere Konkurrenz wacker. Ein Spiel gewann Rieke sogar. Sie entwickelte sich so gut, dass sie nur ein Jahr später eine Einladung zum Sichtungstraining am Stützpunkt in Lüdinghausen erhielt. Dabei überzeugte sie die Trainer, die sie in den U11-Kader des Stützpunktes aufnahmen.

2014 erlebte sie bei einem Lehrgang im Landesstützpunkt Mülheim ihre nächste Trainingssteigerung. Dort durfte sie zusammen mit den Besten aus ganz NRW trainieren. Überrascht war sie dabei über große Spiegel in der Halle. Darin konnten alle Sportler ihre Bewegungsabläufe sehen und so in Echtzeit ihre Technik überprüfen.

Der Floracup ist Deutschlands größtes Jugendturnier im Badminton. Alljährlich treffen sich mehr als 80 Vereine und rund 600 junge Sportler in Elmshorn nahe Hamburg. Auch der ATV Haltern entsendet seit vielen Jahren Jugendliche zu diesem Turnier. Riekes großer Traum als kleines Mädchen war es, endlich mitfahren zu dürfen. 2014 war sie dann alt genug und schloss sich − natürlich immer noch als die Jüngste − dem Halterner Tross an. Sie überzeugte mit einem beachtlichen vierten Platz in ihrer Altersklasse.

Bei ihrer zweiten Teilnahme am Floracup konnte sie ihre guten Leistungen aus dem Vorjahr bestätigen. Rieke erreichte bei ihren drei Starts im Einzel, Mixed und Doppel jeweils einen Platz auf dem Podium.

Das nächste große Ziel, das Rieke anging, war die Qualifikation zur Westdeutschen Meisterschaft in Mülheim. Das erreichte sie Ende des Jahres 2016, indem sie bei der Bezirksvorentscheidung im Einzelwettbewerb unter den besten Vier landete und im Doppel den zweiten Rang belegte.

Im Januar 2017 stellte sich Rieke, begleitet von ihrer Mutter Annegret, ihrer bisher größten Herausforderung in der Mülheimer Innogy- Sporthalle. Bei der Westdeutschen Meisterschaft war sie an Position sieben gesetzt und spielte sich nach einem Freilos bis ins Viertelfinale. Dort war dann allerdings Schluss. Gegen ihre an Position eins gesetzte Gegnerin hielt die Halternerin zwar gut mit, im Verlauf des Spiels erwies sie sich dann aber als zu stark. In der Gesamtwertung belegte Rieke am Ende den geteilten fünften Platz.

Spannender gestaltete sich für die junge Sportlerin der Doppelwettbewerb. Zusammen mit Laura Kosig aus Gelsenkirchen starteten sie als ungesetztes Paar. Gleich im Auftaktmatch besiegten sie ihre stärker eingeschätzten Gegnerinnen aus Blecher (Burscheid). Getragen von der Euphorie des Erfolgs gaben Rieke und Laura auch im Viertelfinale alles und gewannen auch gegen das Team aus Kleve.

Damit zogen die Zwei ins Halbfinale ein. Platz drei war ihnen nun mindestens sicher. Im Halbfinale traf das Duo auf die topgesetzten Spielerinnen aus Bonn-Beul und Herscheid, viel rechneten sie sich deshalb nicht aus. Erwartungsgemäß ging auch der erste Satz verloren. Doch Rieke und Laura steckten nicht auf und kämpften sich Punkt um Punkt zurück. Den zweiten Satz gewannen sie knapp mit 21:19.

Das kostete Kraft. Im entscheidenden dritten Satz war das Spiel zu Anfang zwar noch offen, zum Schluss hin konnten die beiden das Tempo aber nicht mehr mitgehen und verloren den letzten Satz mit 13:21. „Wir haben mit letztem Einsatz um jeden Ball gekämpft, aber unsere Gegnerinnen waren einfach besser“, gratulierte Rieke fair.

In Erinnerung blieb ihr die gemeinsame Siegerehrung, in der auch die beiden Drittplatzierten mit aufs Podium durften. Als ihr Name aufgerufen wurde, war sie stolz auf ihre Leistung. „Mein erster Podiumsplatz bei der Westdeutschen Meisterschaft war super.“

Mit drei Titeln feierte sie zum Jahresabschluss im November bei der Halterner Stadtmeisterschaft einen erfolgreichen Jahresausklang. Ihr nächstes großes Ziel hat sie auch schon im Visier: die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft.

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