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Bogenschießen

Justus Poggensee fährt zur DM

WULFEN „Ach, ich fand Bogenschießen immer schon toll!“ Wobei man den Begriff „immer schon“ angesichts des Alters von Justus Poggensee – ebenso legitimer wie engagierter Nachfolger eines gewissen Hood, Vorname Robin, aus den Wäldern rund um das britische Nottingham im Mittelalter – relativieren muss. Justus ist ganze 14 Lenze jung.

Justus Poggensee fährt zur DM

Justus Poggensee ist erst seit zwei Jahren beim BSC Dorsten aktiv, gehört aber schon zur deutschen Spitze.

Mit „immer schon“ meint Justus seine Kinderzeit, als er mit Kinderbogen auf eine Schießscheibe aus Stroh eine ganz erstaunliche Zielsicherheit im heimischen Garten entwickelte. Dem Internet und Mama sei Dank, dass Justus schließlich seine sportliche Heimat auch in einem Verein fand, denn Mutter Poggensee durchpflügte das Netz nach Bogensportvereinen in der Umgebung, und wurde in Hervest, beim BSC Dorsten, fündig. Und seither wird bei Jung-Justus, der den Kopf bei der Gesamtschule in Barkenberg trainiert, das Berechnen von Flugkurven, das Herangehen an Ziele oder das Gewinnen-Wollen schon vor dem ersten Schuss von erfahrenen Fachleuten verfeinert.

Drei- bis viermal pro Woche trainiert Justus in Hervest auf dem Gelände unweit des Kanals. Und weil Bogenschießen eine überaus umweltfreundliche Sportart ist, fährt Justus auch umweltgerecht zum Training – nämlich mit dem Fahrrad. Und weil sein Hund Auslauf braucht, ist auch der vierpfotige Partner des Jungschützen topfit – schließlich läuft er die sieben Kilometer nach Hervest ebenso mit, wie die sieben Kilometer zurück. „Kondition ist nicht unwichtig“, weiß Justus. „Schließlich muss ich mich im Gelände viel bewegen, manchmal etliche Kilometer, und außerdem kostet es schon eine gewisse Kraft, die Sehne des Bogens zu spannen.“

Justus hat offensichtlich nicht nur ausreichend Kraft, sondern auch das nötige Feingefühl für Bogen und Sehne. Seine Ergebnisse können sich sehen lassen. Egal, ob in der Halle, im Gelände bei sogenannten 3-D-Turnieren oder auf der Schießanlage – der junge Bursche aus Wulfen ist seit nahezu zwei Jahren bei den Bezirks- und Landesmeisterschaften ungeschlagen. Und deshalb fährt er auch am 8. und 9. August recht optimistisch nach Hohegeiß im Harz, wo die Deutschen Meisterschaften ausgeschossen werden. „Ich habe mir die Ergebnisse meiner Konkurrenten angesehen“, sagt Justus Poggensee selbstbewusst. „Und diese Resultate liegen durchaus auf meinem Niveau.“ Wohlgemerkt – seine Konkurrenten schießen und trainieren bisweilen seit Jahren, Jahrzehnten. Justus ist gerade mal gut zwei Jahre Mitglied des Deutschen Schützenbundes und bei weitem der jüngste aller Teilnehmer. Das Bogenschießen hat nicht erst mit Robin Hood im Mittelalter begonnen. Lange, bevor der Bogen sportlich genutzt wurde, war er Waffe. Anfangs – als der Mensch bisweilen noch in Höhlen hauste – gegen Wild, gegen Nahrung, später dann, als der Mensch sich zivilisierte, auch gegen seine Artgenossen.

Mittlerweile sind Pfeil und Bogen gottlob wesentlich friedlicher genormt. Dennoch, einen Traum wird sich der junge Bursche allerdings (wahrscheinlich) nicht erfüllen können, die Teilnahme bei Olympischen Spielen nämlich. Er schießt mit dem Blankbogen ohne Visier. Und diese Disziplin ist (noch) nicht olympisch. Das allerdings stört den selbstbewussten jungen Mann im Moment überhaupt nicht. Er ist komplett auf die anstehenden nationalen Meisterschaften fokussiert. Der zweifache Landesmeister will auch im Harz für Furore sorgen. Und dafür radelt er nach Hervest, viermal pro Woche, insgesamt 56 Kilometer. Und sein Hund ist immer dabei. Wer weiß, vielleicht plant Justus Poggensee ja insgeheim noch eine zweite Laufbahn auf dem Rad. Andererseits – Radfahren mit Hund ist auch noch keine olympische Disziplin… Wie auch immer – Anfang August ist Daumendrücken für Justus angesagt. Er selbst braucht allerdings beide Daumen ganz intensiv, denn sie sind wesentliche Dirigenten für die Pfeile. Und natürlich ist es eines seiner großen Ziele, möglichst oft zu treffen. Und zwar mitten ins Schwarze.

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