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Das Sportporträt

Günther Vogler hält den TV Feldmark „am Fliegen“

Feldmark Der Dorstener hält dem Verein seit rund 30 Jahren die Treue. Dabei hat er immer eine Abteilung, die ihm besonders wichtig war.

Günther Vogler hält den TV Feldmark „am Fliegen“

Der Tennisschläger ist für Günther Vogler aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken. Für seinen Einsatz wurde er bereits mit der Ehrenplakette in Gold ausgezeichnet. Foto: Lehr

Der Dorstener Günther Vogler wurde im vergangenen Jahr bei der Sportlerehrung mit der Ehrenplakette in Gold der Stadt Dorsten für seine Verdienste um den Tennisververein TV Feldmark ausgezeichnet. Seit rund 30 Jahren hat der 70-jährige Diplom Informatiker den Verein zuerst als Sportwart und bis heute als Vorstand geprägt.

Begonnen hat alles durch einen Zufall, sagt Vogler: „Mit 26 Jahren hat mich ein Arbeitskollege zu einem Tennistraining in der Feldmark überredet“. Weil es damals regnete, führte sie der Weg zuerst ins Clubheim. Vogler schwärmt heute noch von der Herzlichkeit der Leute, die ihn überzeugt hat.

Parallel dazu trat er auch RW Bottrop bei und lernte dort relativ schnell die sportlichen Tennisgrundlagen. Nach kurzer Zeit sorgte er mit der Ansage ‘Das Training für Anfänger mache ich umsonst‘ für Aufsehen im Verein. „Dann können die sich das Geld für die ersten Trainerstunden sparen“, sagt Vogler und stand ab da jeden Sonntagmorgen zum Training bereit.

Dieser Einsatz bewog den Vorstand, ihm eine wichtige Funktion zu übertragen. So arbeitete Vogler zuerst als Schatzmeister und wurde danach Sportwart. Er spielte später aktiv in der ersten Mannschaft und übernahm in dieser Zeit auch das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden.

Da seine Frau aktiv in der Feldmark spielte, wurde es den beiden irgendwann zuviel, sportlich getrennte Wege zu gehen. Vogler beschloss: „Ab jetzt fahren wir gemeinsam zum Sport in die Feldmark.“ Diese Entscheidung hat er nie bereut. Er wurde herzlich aufgenommen und als aktiver Spieler in die Mannschaft integriert. Schon 1985 übernahm er erneut das Amt des Sportwartes. Dabei halfen ihm seine Erfahrungen aus der Bottroper Zeit und er konnte bei der Ausrichtung der Vereinsturniere und Clubmeisterschaften sein Organisationstalent zeigen.

Die Kombination aus eigenem Spiel und der Verantwortung für das Vereinswohl hat mich fasziniert“. Der Tennisfan nennt den Gewinn der Westfalenmeisterschaft mit den Herren 50 und den damit verbunden Aufstieg in die Regionalliga als seinen sportlichen Höhepunkt. „Unsere Mannschaft hat damals einfach gepasst und wir sind bis heute freundschaftlich verbunden“, sagt Vogler zu diesem Erfolg, und gesteht schmunzelnd: „Ich kann nur die Vorhand, Rückhand habe ich nie gelernt“.

1991 übernahm er erstmalig Gesamtverantwortung im Verein mit dem Ziel, auch neue leistungssportliche Akzente zu setzen, dabei aber dabei den Breitensportgedanken nicht zu vergessen. Mit dem Motto ‚Bürgernaher Verein mit Tennisangebot für jedermann‘, setzte er von Beginn an auf für ihn wichtige Schwerpunkte wie Platzanlage und Jugendarbeit. „Ohne Jugendarbeit bist du als Verein mausetot“, sagt er.

Spielstarke Jugend

Deshalb wurden feste Bestandteile des Vereinsbudgets für die Ausbildung der Tennisjugend eingeplant. Ihm gelang es, spielstarke Leute für den Verein zu begeistern und ein dazu passendes Trainerteam zu etablieren. Diese Bemühungen brachten den gewünschten Erfolg, denn schon 2002 spielten alle gemeldeten Mannschaften auf Bezirksebene.

Im erfolgreichsten Jahr im Mannschaftssport schwangen 2016 gleich drei Feldmarker Tennisteams den Schläger in der Westfalenliga. „Sportlicher Erfolg und Breitensport passen zusammen. Unsere Sportwarte Yvonne Butterweck und Manfred Schwarz brennen für diesen Job“, sagt Vogler.

„Ich muss das Ding am Fliegen halten“, war Voglers innerer Antrieb. Und so befasste er sich in unermüdlicher Kleinarbeit auch mit der Sponsorensuche. Er konnte immer wieder Sponsoren gewinnen und dankt besonders den vielen Mitgliedern, die bereit waren, über ihren normalen Vereinsbeitrag hinaus den Verein zu unterstützen.

Allerdings blieb der Verein nicht von echten Katastrophen verschont. So richteten im Sturm umgestürzte Baume große Schäden auf der Platzanlage an. Im Jahr 2015 brachten Wasserschäden auf der Anlage den Verein erneut in eine kritische Lage. In diesen besonderen Fällen lief Vogler als Krisenmanager zur Höchstform auf und in vielen Gesprächen mit Stadt, Versicherung und Sponsoren gelang es, Lösungen zu finden.

Dieses spezielle Talent half ihm auch, als mit der Pachtverlängerung ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte anstand. Vogler konnte nach etwa einem halben Jahr intensiver Verhandlungen mit den Pachtgebern Vollzug melden und dem Verein für weitere 30 Jahre die Platzrechte sichern. Der Tennissport erlebte nach den Boomjahren mit den Deutschen Steffi Graf und Boris Becker einen gravierenden gesellschaftlichen Wandel. „Danach fehlten uns einfach die großen Vorbilder und Leitfiguren“, sagt Vogler. Das führte zwangsläufig zu einem andauernden Mitgliederschwund. So galt es, neue Wege zu gehen und der Verein schaffte es, gegenzusteuern. „Unsere Idee, einen Kinderspielplatz direkt neben dem Clubhaus zu bauen, hat dabei sicherlich geholfen“, sagt Vogler. Zur weiteren Unterstützung wurde im Jahr 2011 auch ein Förderkreis für den Verein ins Leben gerufen.

Aber ohne gute Trainer geht es auch nicht und so griff Vogler direkt zu, als sich die Gelegenheit bot, den russischen Trainer Oleg Manapov an den Verein zu binden. Neben den sportlichen Erfolgen aus dieser Zusammenarbeit nennt Vogler den durch Manapov vermittelten Besuch von Marat Safin im Jahr 2000. Manapov brachte die damalige Nummer zwei der Welt direkt vom World Team Cup in Düsseldorf auf die heimische Anlage und mehr als 100 begeisterte Tennisfans waren an dem Tag dabei. Daneben gelang es mit der Durchführung der alljährlichen Kreismeisterschaften den Verein auch im Verbandsbereich zu etablieren und in einer seit vielen Jahren bestehenden Winterhallensaison spielen alle Dorstener Tennisvereine mit.

Erfolgreiche Jugendarbeit ist und bleibt Vogler ein besonders Anliegen. Er plädiert dabei für eine aktive Förderung von der möglichst viele profitieren können. Das greift seit vielen Jahren und die sportlichen Erfolge können sich sehen lassen. So kommt zum Beispiel der ehemalige deutsche Mannschaftsmeister und heutige Trainer Dirk Buers aus der eigenen Vereinsjugend. Aktuell sind alle Altersklassen mit spielfähigen Mannschaften besetzt, und für die Vereinsjugend sind drei Plätze auf der Anlage fest reserviert.

Er hat in den 28 Jahren seines Vereinsengagements viel erlebt und bedauert ein wenig die Geselligkeit früherer Tage, die im modernen Alltag auf der Strecke geblieben ist. „Früher ging man mit dem Tennisschläger auf den Platz, um zu sehen, wer da ist und spielte miteinander“, sagt er. Heute würden die Termine untereinander zeitgenau in den Whatsappgruppen geplant und Vereinsfeste seien vielen auch nicht mehr so wichtig.

Seine Ehefrau Doris, die selbst Gründungsmitglied im Verein ist, hat seine Aktivitäten verständnisvoll mitgetragen und für Vogler ist der Feldmarker Tennisverein ein wichtiger Bestandteil seines Lebens geworden. „Ich habe immer noch sehr viel Spaß an der Arbeit und mache gerne weiter“, sagt er.

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