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Filipovics sind eine feste Größe in Dorstens Fußball

Das Sportporträt

Wenn die großen Brüder Fußball spielen, schnürt man früher oder später auch selbst die Schuhe. Im Fall von Marina Filipovic hat es allerdings schon ein wenig gedauert.

DORSTEN

von Von Andreas Leistner

, 02.05.2011
Filipovics sind eine feste Größe in Dorstens Fußball

Torgefährliches Geschwisterpaar: Marina (21) und Niko Filipovic (32) gehen für den FC Rot-Weiß Dorsten auf Torjagd. Bruder Jerko (28) ist dagegen eher in der Defensive zu Hause.

Erst mit 15 stieg die heute 21-Jährige bei Rot-Weiß Dorsten ins Training ein. Was aber nicht heißt, dass sie in Sachen Fußball nicht schon jede Menge Erfahrung mitbrachte. Schließlich hatte sie kaum ein Spiel ihrer Brüder Niko und Jerko verpasst; der eine elf, der andere sieben Jahre älter als sie. Und nicht nur die Liebe zum Spiel, auch das Talent färbte innerhalb der Familie ab. Genau wie Niko gehörte Marina bald zu Dorstens erfolgreichsten Torjägern. Der älteste Bruder sei „schon ein Vorbild“ erklärt sie, das nachgeschobene „früher“ klingt nicht ganz überzeugend.

Beide verbindet ein gesunder Ehrgeiz. „Um Platz fünf, sechs oder acht zu spielen, macht irgendwie keinen Spaß“, sagt Niko und für Marina steht fest: „Man muss Ziele haben, sonst wird das Ganze zu locker.“ Ihr aktueller Traum: „Mit der jetzigen Mannschaft von Rot-Weiß Dorsten noch einmal aufsteigen!“ Denn neben der sportlichen Qualität erfüllt das Team für Marina noch ein anderes, entscheidendes Kriterium: „Wir sind alle Freunde.“ Die Atmosphäre im Team ist auch Niko Filipovic wichtig. „Mit 32 hat man ja schon einiges erlebt. Da ist es wichtig, dass man sich vernünftig behandelt fühlt“, beschreibt er, unter welchen Umständen er sich vorstellen kann, noch ein paar Jahre zu spielen. Bei Rot-Weiß? „Gerne. Warum nicht?“, sagt Niko. Er hat schon für die Hardt, den BVH und Wulfen gespielt. Beim FC ist er seit zwei Jahren am Ball und kommt gut zurecht. Hier fühlt er sich vernünftig behandelt; vor der Saison hat Trainer Frank Schiel ihn zum Kapitän ernannt. Die aktuelle Spielzeit hat aber noch eine andere Veränderung für Niko gebracht. „Ich habe Bilder von mir gesehen, auf denen ich mir gar nicht gefiel.“ Er wollte abnehmen. Und er nahm ab.

Zwei, drei Monate dauerte es, dann hatte der früher so bullige Stürmer, der stets auch vom geschickten Einsatz seiner Pfunde lebte, über 20 Kilo abgespeckt. „Keine Süßigkeiten, kein Weißbrot, aber sonst nichts Dramatisches“, verrät er sein Rezept. Ein paar Kilo sollen noch verschwinden, das Ziel heißt Idealgewicht. Seine Gegner müssen sich seither auf einen neuen Niko Filipovic einstellen: „Ich kann vielleicht nicht mehr so viel Masse einsetzen, aber dafür bin ich manchmal einfach schneller da.“ Torgefährlich ist er damit wie eh und je. 24 Treffer hat er in dieser Saison schon erzielt, führt damit die Torjägerliste mit Abstand an. Ein schönes Gefühl: „Es tut schon gut, wenn man seinen Namen mal in der Zeitung liest. Aber eigentlich ist egal, wer die Tore macht.“ Ein Satz, der auch von seinen Geschwistern sein könnte. Jerko, der Dritte im Bunde, hat auf der Hardt einst auch als Stürmer angefangen. Mittlerweile ist er als Verteidiger fürs Tore-Verhindern zuständig. Wenn Niko und Marina in der Torjägerliste auftauchen, kommt trotzdem kein Neid auf: „Ist ja Familie ...“ 

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