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Fußball

Ex-Schalke-Torwart zurück in Dorsten

HERVEST Fjorde, Rentiere, Nordkap. Das sind die Begriffe, die Norwegen verkörpern. Was Norwegen allerdings wirklich ausmacht, sind seine Menschen. Und Frode Grodas ist ein norwegisches Aushängeschild. Der 51-Jährige war Torwart bei Schalke 04 und fast vier Jahre lang Dorstener Bürger. Jetzt war er mal wieder zu Besuch. Mit gleich 34 Begleitern. Und natürlich mit dem Kopf voller Fußball.

Ex-Schalke-Torwart zurück in Dorsten

Frode Grodas, hier im Ligapokalspiel gegen den VfB Stuttgart, spielte von 1998 bis 2002 für Schalke 04.

Das fröhliche Lächeln ist offensichtlich ein Stück seiner Lebensphilosophie. Als wir uns im Jägerhof Einhaus in Hervest treffen, hat er gerade das Spiel zwischen Borussia Dortmund und Ingolstadt gesehen. Ob das schon ein Grund zur Freude ist? Und er muss weiterlächeln, als er erzählt, wie sein Wechsel von Tottenham Hotspur zu Schalke 04 ablief: „Ich kam von der Weltmeisterschaft 1998 aus Frankreich nach Hause, als mein Manager anrief und mir mitteilte, dass wir morgen nach Gelsenkirchen fliegen würden.“

Nun ist Frode Grodas als Nordländer bekennender Wintersportler und war auch damals in der deutschen Geografie noch nicht so bewandert. So freute er sich auf Garmisch-Partenkirchen statt auf Gelsenkirchen, obwohl er sich ein wenig wunderte, noch nie von einem so hoch spielenden Verein aus den Alpen gehört zu haben. Spätestens am Airport Düsseldorf war er über sein Missverständnis informiert. Und er lächelt: „Natürlich kannte ich Schalke. Und jetzt wusste ich auch, dass das ein Stadtteil von Gelsenkirchen ist.“

Erfolgreiche Karriere

Schalke suchte damals einen Nachfolger für Jens Lehmann. Grodas kam mit erheblichen Meriten, hatte 1997 mit dem FC Chelsea den FA-Cup gewonnen, hatte in Tottenham eine gute Saison gespielt, kam als norwegischer Kapitän von der Weltmeisterschaft zurück, wo die Norweger in der Vorrunde den späteren Vizeweltmeister Brasilien mit 2:1 schlugen und in der ersten K.o.-Runde gegen Italien ausschieden (0:1).

Vier Jahre zuvor war Grodas schon in den USA dabei, als – es treibt einem das Lächeln ins Gesicht – Norwegen nach der Vorrunde genau wie Mexiko, Irland und Italien vier Punkte hatte, aber mit einem Torverhältnis von 1:1 schlechter war als die anderen Teams.

Nun war er also auf Schalke. Und wohnungssuchend. Eine neue Bleibe fand er in Hervest, beim Hotelier Rudi Einhaus. Das nächste Missverständnis. „In Norwegen werden Wohnungen komplett mit Kücheneinrichtung vermietet. Diese Wohnung hatte aber keine Küche“, erzählt Grodas, der vier Monate von der Küche des Hotels lebte. Er isst heute noch gerne da...

Enge Freundschaft

In dieser Zeit gründete auch die Freundschaft zwischen Grodas und Einhaus, die zu bilateralen Reisen führte. Andere Freunde: Gerald Asamoah und Mike Büskens, die er natürlich jetzt wieder traf. „Ich habe nicht zufällig zusammen mit Büskens getwittert, dass Schalke der geilste Club der Welt ist.“ Und das hat ihm in Dortmund niemand übel genommen? „Nein“, sagt der Hüne lächelnd, „ich habe sowohl zu Schalke als auch zu Dortmund gute Beziehungen.“

Stichwort „gute Beziehungen“. Die nutzte Grodas jetzt für seine 34 Nachwuchs-Trainer und -Ausbilder beim Besuch in Deutschland. Natürlich war die Gruppe nicht nur beim Dortmund-Spiel zu Gast, sondern in der ganzen Woche unterwegs, um auf den Trainingsplätzen mit den Augen Diebstahl zu betreiben. „Die Deutschen haben ihre ganz eigene Fußball-Philosophie. Auch auf dem Trainingsplatz“, sagt Grodas.

Seine vier Jahre auf Schalke, unterbrochen von einem halben Jahr, als er zu Racing Santander ausgeliehen war, waren sportlich keine Offenbarung. Oliver Reck machte das Rennen um die Nummer eins. Grodas kam nur auf 13 Pflichtspiele für S04. „Die Zeit auf Schalke war trotzdem großartig“, sagt Grodas. „Und in Hervest hatte ich Ruhe, es ist ländlich, schön, liebenswert. Es hat sich bis heute nichts geändert.“

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