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Divas brauchen 7000 Euro für die Bundesliga

Rugby Ruckoons

Die „Rugby Ruckoons“ aus Dortmund nehmen einiges für ihren Traum von der Bundesliga in Kauf. Dabei müssen sie mehr als nur finanzielle Hürden überwinden.

Dortmund

von Daniel Otto

, 02.07.2018
Divas brauchen 7000 Euro für die Bundesliga

Rugby ist ein Vollkontaktsport und nichts für zimperliche Gemüter. © Ruckoons

Sarah Biesenbach ist bereit, für ihren Sport Opfer zu bringen. Die 26-Jährige promoviert in Aachen in Mathematik und nein, das ist noch nicht das Opfer. Zwei Stunden Fahrt für ein Training am Sonntag in Dortmund allerdings schon. Vor allem, wenn es sich lohnt und Biesenbach bald in der Bundesliga auflaufen darf.

Rugby ist die große Liebe

Denn darum geht es bei den „Rugby Ruckoons“, die von der Dortmunder Rugby-Enthusiastin Jana Böttcher ins Leben gerufen wurden. Böttcher ist seit 2010 für den RFC Dortmund im 7er-Rugby aktiv, Rugby ist ihre große Liebe, „das beste, was mir im Leben passiert ist“ und deshalb will sie endlich auch die Variante spielen, die weltweit am meisten verbreitet und für die der Sport hauptsächlich bekannt ist: 15er-Rugby oder Rugby Union.

Bislang ist das an der zu geringen Spieleranzahl gescheitert. Lediglich fünf 15er-Teams gibt es deutschlandweit bei den Frauen, neben zwei Klubs aus Heidelberg, darunter der aktuelle Deutsche Meister SC Neuenheim, spielen der FC St. Pauli, der RSV Köln und die SG Rhein-Main. „Die 15er-Variante ist im Frauenbereich noch nicht soweit verbreitet, wir wollen das fördern“, sagt Böttcher. Dafür muss sie auch ein paar Vorurteile beiseiteschieben, denn Rugby ist ein Vollkontaktsport und nichts für zimperliche Gemüter. Böttcher sagt: „Verletzungen passieren bei allen Sportarten.“ Sie selbst hat sich ein paar Mal die Finger verletzt, aber „es wird nicht gefährlich, wenn man gut trainiert ist.“ Auch Biesenbach sagt: „Man hat eine Technik und dann ist das eigentlich recht sicher. Die Regeln und der Schiedsrichter sind auch dazu da, dass man sicher spielt.“ Trotzdem tragen beide im Spiel selbstverständlich einen Mundschutz.

Zusammenschluss als Lösung

Die Qualifikation für die Bundesliga ist einfach: Man muss sich nur anmelden. Doch dafür man muss eben genügend Spieler wie Jana Böttcher und Sarah Biesenbach haben. „Es bedeutet viel mehr Training, eine höhere Belastung, man muss besser trainiert sein, als beim 7er“, sagt Böttcher. Also hat sie sich einen Weg gesucht: „Allein als Verein sind wir noch nicht groß genug. Also haben wir gesagt: Schließen wir uns zusammen.“

24 Spielerinnen hat sie aus Aachen, Bochum, Düsseldorf, Münster, Bielefeld und Dortmund zusammengesucht, die Mehrheit kommt vom RFC. Doch die NRW-weite Verbreitung hat auch Nachteile: „Der Hauptpunkt sind die Fahrtkosten“, sagt Böttcher.

Finanzierung durch Crowdfunding

Natürlich haben sie für ihr Hobby in den letzten Jahren schon Tausende von Euro ausgegeben. Doch die regelmäßigen Fahrten zum Training und in der Saison nach Hamburg, Heidelberg und Frankfurt sind kostspieliger. „7000 Euro brauchen wir, um es komplett durchzuziehen“, sagt Böttcher. Das Geld wollen sie durch Crowdfunding - also die Finanzierung durch eine große Gruppe - einsammeln. Vom 3. bis zum 13. Juli kann man sich für unterschiedliche Geldbeträge in das Projekt einkaufen. Bei 10 Euro geht‘s los, der Höchstbetrag liegt bei 1500 Euro, mit denen man sein Logo auf das Trikot der Waschbärinnen drucken darf. Apropos, wo kommt eigentlich der Name her? Biesenbach sagt: „Wir haben Augenringe, wir essen sehr gerne und sind süß.“

Wer die Ruckoons auf dem Weg in die Bundesliga unterstützen möchte, kann das ab Dienstag, 3. Juli, hier tun: Fairplaid
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