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Der ignorierte Trendsport

DORSTEN Die erfolgreiche Titelverteidigung bei der WM in China hat den Frauenfußball in Deutschland wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch ist das mediale Interesse nur eine Momentaufnahme oder sind die Hoffnungen auf einen Frauenfußball- Boom berechtigt?

09.10.2007

"Bei uns boomt der Frauenfußball schon seit einigen Jahren. Nicht erst seit der WM", erklärte Rhades Geschäftsführer Jörg Sothmann. Sein Verein ist sozusagen der Marktführer im Raum Dorsten. Die Damenmannschaft ist letzte Saison in die Landesliga aufgestiegen. Von den vier Jugendteams spielt die U17 in der zweithöchsten deutschen Spielklasse.

Auch bei RW Dorsten, in Lembeck und Raesfeld kicken mittlerweile neben den Seniorenteams viele weibliche Jugendmannschaften. Der BVH Dorsten schickt in der laufenden Spielzeit zum ersten Mal zwei Mädchenteams in den Spielbetrieb.

Beliebtester Sport

Die aktuellen Zahlen des Deutschen Fußball Bundes passen zu dieser Entwicklung. Fußball ist bei den Mädchen mittlerweile die beliebteste Sportart. Im Jahr 2006 wurden bundesweit 6292 neue Jugendmannschaften angemeldet, eine Steigerung von rund 20 Prozent. Insgesamt 298 483 aktive Spielerinnen bis 16 Jahre verzeichnet die aktuelle Statistik und damit so viele wie nie zuvor. Beim DFB sind mittlerweile 955 188 weibliche Mitglieder registriert.

"Die Aktiven- und Mitgliederzahlen steigen seit Jahren. Dieser Trend ist nicht aufzuhalten", glaubt Dorstens Trainer Andre Schacht. Die Rot-Weißen wollen den Schwung der WM nutzen und an den Schulen für den Mädchenfußball werben. "Wir werden AG's und Workshops anbieten", so Schacht.

Der Aufschwung hat vor allem den Mädchenfußball also schon längst erreicht und erhält durch den zweiten WM-Titel der Nationalmannschaft zusätzlichen Rückenwind. Das Problem des Frauenfußballs liegt eher in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Länderspiele werden zwar im Fernsehen übertrage, Bundesligapartien schaffen es aber höchstens in der Zusammenfassung in die dritten Programme. Der Zuschauerschnitt in der nationalen Eliteklasse liegt in etwa bei dem der Herren-Oberliga.

Hoffen auf 2011

Die WM 2011, die der DFB nach Deutschland holen will, soll das ändern. Auch auf lokaler Ebene. Denn die Spiele der Dorstener Teams locken ebenfalls nur wenige Zuschauer an. Dabei lohnt sich ein Besuch. Immerhin sind selbst Fußball-Machos wie Stefan Effenberg und Franz Beckenbauer mittlerweile zu Fans der kickenden Damen geworden. gg

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