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Das Turnfeuer wurde bei Hannah Giebing früh entfacht

Das Sportporträt

Die Liebe zu ihrem Sport wurde Hannah Giebing quasi in die Wiege gelegt. Inzwischen zählt sie zu den erfolgreichsten Halterner Turnerinnen.

HALTERN

von Horst Lehr

, 22.03.2018
Das Turnfeuer wurde bei Hannah Giebing früh entfacht

Die Trophäensammlung von Hannah Giebing wächst und wächst. Lehr

Für die 13-jährige Halterner Schülerin am Joseph-König-Gymnasium Hannah Giebing ist Turnen der schönste Sport der Welt. „Die Teilnahme am deutschen Turnfest in Berlin im vergangenen Jahr war für mich das größte Sporterlebnis überhaupt“, sagt sie. Damals landete sie überraschend auf Rang zehn. Im Alter von fünf Jahren entfachte Udo Peuker, Turntrainer beim ATV Haltern, ihre Leidenschaft für den Turnsport.

Ihre Mutter gab als Sportlehrerin schon früher Kurse im Mutter-Kind-Turnen in der Drusushalle. So saß Giebing schon mit etwa einem Jahr im Maxi Cosi mit in der Halle. Vier Jahre später dann zeigte ihr Peuker leichte Anfangsübungen. Drei Mal die Woche turnte sie in der Christa-Hartmann Halle. Mit acht Jahren stellte sich erstmals die Frage eines Wettkampfstarts. So trainierte sie fleißig an den vier klassischen Turngeräten, Schwebebalken, Boden, Sprungtisch und Stufenbarren.

In einem kontinuierlichen Aufbau erarbeitete sich die junge Turnerin zuerst einen gewissen Grundstock, um danach einzelne Übungsteile weiter zu ergänzen.

Mit zwölf Jahren habe ich am Balken zum ersten Mal mit dem Durchschlagsprung ein C-Teil geturnt“, erinnert sie sich. Dies zeigte sie dann im vergangenen Jahr im Einzelwettkampf beim Münsterlandpokal gezeigt. „Nach dem Angang habe ich die vorgesehenen sieben Elemente in der Kür mit diesem Sprung beendet“, sagt sie. Überhaupt scheint der Münsterlandwettkampf für Giebing ein gutes Pflaster zu sein, denn nach 2015 konnte Sie diesen Wettbewerb auch in den beiden Folgejahren für sich im Einzel entscheiden.

Auch in der Mannschaftswertung ist Giebing gut dabei und freut sich mit dem Team über einen gesicherten Verbleib in der Münsterlandliga.

Für alle deutschen Turner ist die Teilnahme an dem alle vier Jahre stattfindenden deutschen Turnfest ein erklärtes Ziel. 2017 durfte auch Giebing mitfahren, entsprechend aufgeregt war sie schon bei der Eröffnungsfeier.

Bei ihrem Wettkampfstart bekam die junge Halternerin schon beim betreten der Halle eine Gänsehaut, musste aber beim Einturnen am Balken einen herben Rückschlag wegstecken. „Da hat gar nichts geklappt und ich war kurz vorm Weinen“, sagt sie. Nach der Anmeldung zum Start war Giebing wieder voll konzentriert und zeigte beim ersten Gerät, dem Sprung mit einem Handstandüberschlag gleich ein neu erlerntes Element. Die Übung wurde mit 11.6 Punkten bewertet. Dies konnte sie auch am Stufenbarren wiederholen. Am dritten Gerät, dem Schwebebalken, war sie dann in ihrer eigenen Konzentrationswelt und zeigte eine hervorragende Übung, die mit 12.85 Punkten belohnt wurde. Mit diesem Hochgefühl ging sie dann an die letzte Aufgabe, die Bodenübung, heran.

Und das sollte ihre beste Leistung werden: Mit einer ausdrucksvollen Kür in der sie 13,6 Punkte erturnte überzeugte sie die Kampfrichter. Damit erreichte Giebing die Gesamtpunktzahl 49,65 und freute sich über einen überraschenden zehnten

Im NRW-Landescup turnt eine gemischte Mannschaft aus Sportlerinnen des ATV Haltern und der KTV Vest Recklinghausen. Giebing hält als jüngste Turnerin in der Recklinghäuser Riege die ATV Fahnen hoch, und hatte beim Turnier in Rheda doppelten Grund zur Freude. Sie erturnte sich neben der Bronzemedaille mit der Mannschaft auch in der Einzelwertung den dritten Platz.

Im Training steht für sie derzeit der Stabilitätsfaktor im Vordergrund. Wenn dann neue Elemente in den Übungsablauf aufgenommen werden, braucht es neben den körperlichen Fähigkeiten und dem Ehrgeiz auch ein gewisses Maß an Geduld. Giebing gesteht, „für einen Rückwärtssalto in der Bodenkür muss man auch manchmal die Angst überwinden können.“

In solchen Momenten vertraut sie voll und ganz ihrem Trainer Udo Peuker. Er ist für sie die wichtigste Bezugsperson. Giebing war auch beim Saisonstart 2018 schon wieder in Topform und konnte Anfang März beim Landescup in Hamm mit einem dritten Platz überzeugen. Ihr größter Fan ist Mutter Sonja. Sie ist stolz auf die Leistungen Ihrer Tochter und begleitet sie, wo immer es geht.

Hannah Giebing folgt ihren Sportidolen natürlich auf Instagram, hat aber die deutschen Turnstars Elisabeth Seitz und Kim Bui in Berlin persönlich getroffen. Sie freute sich über ein lockeres Gespräch mit Bui und hat sich natürlich auch ein Autogramm geben lassen. Standesgemäß auf dem alten Turnanzug. „Turnen ist für mich ein wichtiger Bereich meines Lebens“, sagt sie.

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