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Fußball

Am Sonntag geht es um mehr als nur Rettung

BARKENBERG Am letzten Spieltag treffen GW Barkenberg und der SC Marl-Hamm zum Abstiegsendspiel in der Kreisliga A aufeinander. Ein Spiel mit vielfältiger Brisanz.

Am Sonntag geht es um mehr als nur Rettung

Oliver Dirr hat sein Amt als Trainer des Fußball-A-Ligisten angetreten, um am letzten Spieltag ein Endspiel gegen seinen früheren Club SC Marl-Hamm zu erreichen. Das hat er geschafft. Doch seinen Vertrag bei Grün-Weiß hat er trotzdem schon verlängert. Lücke

Der Fußball-Kreisliga A 1 RE steht am letzten Spieltag ein echtes Endspiel bevor. Der Tabellenvorletzte GW Barkenberg trifft im direkten Duell um den verbliebenen Relegationsplatz auf den Drittletzten SC Marl-Hamm. Besonders brisant: Barkenbergs Trainer Oliver Dirr trainierte bis zur vergangenen Saison die Marler, wurde aber nach vier Spieltagen entlassen. Eben jener Oliver Dirr ist nun maßgeblich daran beteiligt, dass Barkenberg noch alle Chancen auf den Klassenerhalt hat.

Seitdem Dirr Anfang April als Trainer bei den Grün-Weißen einstieg, holte er 13 Punkte aus sieben Spielen. Genauso viele wie Barkenberg an den 22 Spieltagen zuvor sammelte. Schon bei seinem Antritt erklärte er seine Motivation: „Ich mache das, weil ich am letzten Spieltag das Endspiel gegen Marl-Hamm haben will. Meine Motivation zieh ich aus meinem Rache-Gedanken.“ Marl-Hamm und Dirr gingen im September 2016 nicht im Frieden auseinander.

Als Dirr im Jahr 2015 von Marl-Hamm verpflichtet wurde, bekam er den Auftrag, in die Bezirksliga aufzusteigen. Doch schon im ersten Jahr verfehlte er mit seiner Mannschaft das Ziel deutlich. Und auch in der kommenden Saison sollte es nicht besser laufen: Aus den ersten vier Spielen gelang gerade einmal ein Punkt. „Der neue Vorstand“, sagt Swen Reinders, stellvertretender Vorsitzender der Marler, „war nicht mehr zufrieden mit der Arbeit von Oliver Dirr und entließ ihn.“ Die Mannschaft habe dagegen hinter ihm gestanden.

Dirr war mit der Entscheidung nicht einverstanden, dennoch gelang es beiden Parteien, sich zu einigen, sagt zumindest Reinders. „Oliver kam sogar noch ein paar unserer Spiele gucken.“ Warum Dirr sich so in Marl-Hamm verbisse habe, könne er sich nicht erklären, sagt Reinders. Dirr dagegen fühlt sich von Marl-Hamm persönlich angegriffen. „Da wurden Dinge gesagt, die ich nicht akzeptieren kann“, erklärt er. Was das war, will er nicht sagen.

Ich wollte immer die Konstellation haben, dass wir am letzten Spieltag drei Punkte hinter Marl-Hamm stehen“, sagt Dirr. Und genau so ist es nun nach dem eigenen Sieg gegen Sinsen II (4:2) und das Unentschieden Marl-Hamms gegen Reken. Auf die Frage des Warums, antwortet er, dass er dann die Möglichkeit hätte, Marl-Hamm zweimal zu schlagen. „Weil das Torverhältnis und der direkte Vergleich ab der A-Liga nicht zählen, würden wir bei einem Sieg im Entscheidungsspiel noch mal aufeinandertreffen“, erklärt er.

Allerdings kommt vorher eine weitere besondere Konstellation zum Tragen: Steigt der Nachbar BW Wulfen aus der Bezirksliga 11 ab, wäre auch ein Barkenberger Sieg am kommenden Sonntag nicht mehr von Bedeutung. Denn dann würden aus der Kreisliga A 1 RE drei Mannschaften absteigen, erklärt Barkenbergs Innenverteidiger Swen Coralic. „Dass Barkenbergs und Wulfens Schicksal so eng miteinander verknüpft ist, ist bei der Rivalität schon paradox“, sagt er. Nichtsdestotrotz gleicht die Situation Barkenbergs schon fast einem Wunder. Kaum einer hätte bei Oliver Dirrs Amtsantritt gedacht, dass die Grün-Weißen bis zum letzten Spieltag auf den Klassenerhalt hoffen können. „Oliver Dirr ist die treibende Kraft. Er ist alles, er ist der Erfolg“, lobt Coralic seinen Trainer. Was Dirr besonders auszeichne, erklärt er, sei seine Menschenkenntnis gepaart mit fußballerischem Sachverstand.

In der vergangenen Woche kam Coralic nach dem Training auf den Trainer zu und sagte ihm, dass es den Spielern mittlerweile egal sei, ob Barkenberg absteigt oder nicht, weil Dirr eines geschafft hat: „Wir sind eine Mannschaft geworden. Es macht allen Spaß zu kommen“, freut sich Coralic. Eine Trainingsbeteiligung von im Schnitt 20 Spielern in den vergangenen Wochen belegt diese Aussagen.

Eigentlich wollte Oli Dirr die Grün-Weißen nur bis zum Saisonende trainieren. Daraus machte er auch vor der Mannschaft keinen Hehl.

„Er kam mit der Ansage, dass ihn einzig das mögliche Endspiel gegen Marl-Hamm reize und er sich für andere Mannschaften wieder ins Spiel bringen wolle“, erklärt Coralic. Mittlerweile hat Dirr aber umgedacht. Es gehe ihm nicht mehr nur um Marl-Hamm, so Coralic. Mittlerweile gehe es ihm um Barkenberg.

Dabei erzählt der Innenverteidiger eine Anekdote vom Osterfeuer, bei dem gut 500 Menschen zum Platz kamen: „Auf einmal klopften Oliver Leute auf die Schulter, die er nicht kannte. Dieses Familiäre kannte er, glaube ich, in dieser Form nicht. Auch seine Frau und seine Tochter wurden freudig aufgenommen. Ich glaube, er hat hier eine Heimat gefunden.“ Und das wisse Dirr nun.

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