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„Deadpool 2“ bietet Action und Slapstick

Im Kino

Wieviel Comedy verträgt der Superhelden-Film? In „Deadpool 2“ juxt Ryan Reynolds wieder auf Teufel komm raus, macht es aber besser als im Erstling.

Dortmund

, 15.05.2018
„Deadpool 2“ bietet Action und Slapstick

Sie schmieden Pläne: Deadpool (Ryan Reynolds) und sein alter Kumpel Weasel (T.J. Miller, r.). Foto: Twentieth Century Fox

Er meldet sich zurück, der übel verschmauchte Superheld mit dem Lästermaul und den irren Selbstheilungskräften: Deadpool, größter Sprücheklopfer aus dem Marvel-Universum, wieder gespielt von Ryan Reynolds.

Mit 730 Millionen Dollar gab es grünes Licht

Mit dem ersten Film von 2016 wollte die Comic-Fabrik wohl ausloten, wie viel satirische Ironie seine Helden, aber auch die Kinogänger verkraften.

Da wurden alle Hebel von Jux und Persiflage in Bewegung gesetzt, und ein weltweites Einspiel von mehr als 730 Millionen Dollar war die Antwort, die man bei Marvel hören wollte. Dementsprechend gab es grünes Licht für eine Fortsetzung, die diese Woche in den Kinos startet. Inszeniert hat den Stoff David Leitch, Regisseur von „John Wick“ und „Atomic Blonde“, also Action-erfahren.

Fröhlicher Sadismus

Der Prolog von „Deadpool 2“ knüpft nahtlos an den Vorgänger an: Unser Mann stänkert gegen Wolverine, Schnulzen-Pop trifft fröhlichen Sadismus. Deadpool macht einen Haufen Kerle platt und jagt sich aus Kummer selbst in die Luft, bis die Gliedmaßen durch die Gegend purzeln. Keine Sorge, der Bursche ist unkaputtbar. Wenig später plappert er über traurige Liebeslieder von George Michael. Der sei nun leider tot, „aber wir haben ja noch David Bowie!“ Ha-ha.

Ryan Reynolds hat am Drehbuch mitgeschrieben und den Film auch produziert. Sein Deadpool macht sich über Ryan Reynolds lustig, über das Comic-Genre, über Matthew McConaughey, er zitiert Beyoncé und diverse Filme, er redet direkt in die Kamera und kommentiert die Handlung.

Innere Chemie des Films stimmt

So wird der Streifen zum Zwitter aus Kampfspektakel und Comedy-Farce.

Im ersten Teil ging der Schuss nach hinten los: Der Witz klang dermaßen prahlerisch, selbstbesoffen und holzhämmernd, dass man Widerwillen entwickelte, weil man so durchsichtig manipuliert wurde. „Deadpool 2“ ist gewiss nicht leiser als sein Vorgänger, doch die innere Chemie ist besser ausbalanciert, und neben allerlei Rohrkrepierern stehen dann und wann auch Gags, die zünden.

Berserker der Zukunft

Aus den Tiefen von Raum und Zeit naht ein Berserker (Josh Brolin), der in der Gegenwart landet, um die Zukunft zu retuschieren, ganz wie einst der „Terminator“. Er will einem jungen Mutanten ans Leder, Feuerfaust genannt. Deadpool, die schöne Domino (Zazie Beetz) und der stählerne Colossus haben etwas dagegen.

Es kracht, es scheppert, Leute werden zerrupft. „Hoffentlich haben sie das in Zeitlupe?“, fragt Deadpool, der Scherzkeks. Sie haben – in einem wüsten, aber unterhaltsamen Mix aus Slapstick und Radau-Action.

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