Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Wayne Marshall schlägt Brücke vom Jazz zur Klassik

Klavier-Festival Ruhr

Zehn Jahre ist es her, dass der britische Pianist und Organist Wayne Marshall sein Debüt beim Klavierfestival Ruhr gab. Nun, da unter anderem amerikanische Musik im Mittelpunkt des Programms steht, war es Zeit für eine Rückkehr. Mit dem WDR-Rundfunkorchester präsentierte Marshall - in einer Doppelrolle als Dirigent und Klaviersolist - in Duisburg einen reinen Gershwin-Abend.

DUISBURG

von Von Karsten Mark

, 11.06.2012
Wayne Marshall schlägt Brücke vom Jazz zur Klassik

Wayne Marshall spielte beim Klavier-Festival Ruhr in der Mercatorhalle in Duisburg.

Die Parallelen zwischen Gershwin und Marshall sind unverkennbar. Beiden mochten sich nicht festlegen auf ein säuberlich getrenntes System von Jazz und ernster Klassik. Den Reiz suchten sie dazwischen. Und mag Marshall bislang nicht als Komponist hervorgetreten sein, so ist er doch ein großer Improvisator. Bei Gershwins Klavierkonzert klingt es nur so, als ließe ein Pianist in den Solokadenzen Erfindungsreichtum freien Lauf. In Wahrheit hat Gershwin die Improvisationen auskomponiert.Dirigent am Flügel Wayne Marshall dirigiert vom Flügel aus. Einfach ist das nicht miteinander zu verbinden. Aber Marshall macht es derart souverän, dass man nur fasziniert zusehen kann, wie er kurze Pausen in einer Hand nutzt, mitten in den Solopassagen noch Einsätze zu geben. Ein Blick in die Gesichter der Orchestermusiker reicht, um zu sehen: Die Arbeit mit dem 51-Jährigen macht ihnen Spaß - und das Ergebnis bereitet auch dem Publikum Freude.Keine optimale Lösung Marshall ist ein glänzender Interpret der sprühenden Mischung aus Jazz, Blues und Ragtime, die immer wieder auch spätromantische Anklänge durchscheinen lässt. Die Lösung, mit dem Rücken zum Publikum und ohne Deckel auf dem Flügel zu spielen, ist akustisch nicht optimal, aber sie funktioniert. Das Orchester hat die Vielseitigkeit und eine Menge guter Solisten, ohne die das Concerto nicht funktioniert. Der zweite Teil gehört allein dem klanglich differenzierten Klangkörper und dem Dirigenten Marshall, der präzise Einsätze gibt und mit kräftigen dynamischen und klanglichen Kontrasten arbeitet.