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Viel Wenders und noch mehr Herzblut

LÜNEN Wim Wenders und der Schauspieler Christof Wackernagel stehen im Mittelpunkt zweier Hommagen, die beim Lüner Filmfest zu sehen waren.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 19.11.2007

 

Marcel Wehn hat für "Von einem der auszog" mit Wenders' Weggefährten, seiner Frau, Ex-Geliebten und dem Regisseur selber gesprochen. Frühe Roadmovies, das Motiv der inneren Reise, Frauenbild, Männerkumpanei. Wieviel Wenders steckt in den Filmen? Viel. Welche hält ihr Macher für gelungen? Die mit Herzblut. Mitunter sehr liebedienerisch, aber aufschlussreich.

Mit Grusel-Klaviatur

"Der Weiße mit dem Schwarzbrot" trägt den Schalk schon im Titel. Wackernagel, der das Etikett "Ex-RAF-Terrorist" nicht los wird, lebt in Mali. Wo er Schwarzen in einer Bäckerei deutsches Schwarzbrot verkaufen wollte. Ein Projekt, das zum Scheitern verurteilt war, auch wenn der Ofen nicht explodiert wäre.

Wackernagel kichert selbst über seine Arroganz, sagt Schlaues über bevormundende Entwicklungshilfe. Und hat in Afrika zu sonnigem Naturell gefunden. Sympathischer Film von Jonas Grosch. "Bukarest Fleisch" von Andy Fetscher demonstriert, dass sich das Rad im Horror-Genre nicht neu erfinden lässt. Ekelfleisch, Ekelsound, bandagierte Mutanten im rumänischen Wald. Recht gut auf der Grusel-Klaviatur gespielt.

Rückblick auf wilde Jahre

Trotzdem bleibt eher Darstellerin Friederike Kempter in Erinnerung: zuckersüß! Dominik Graf macht in "Das Gelübde" einen Kniefall vor einer münsterländischen Ikone. Clemens von Brentano verfällt dem Charisma der Nonne Katharina von Emmerich und findet in den Schoß von Mutter Kirche. Dramaturgisch dröge, aber was tun, wenn die Hauptfigur im Bett dahinsiecht? "Ostpunk!" (von Carsten Fiebeler und Michael Boehlke) porträtiert die Punkszene in der DDR.Charmanter Rückblick auf wilde Jahre in Fotos, Videos, Musik und Interviews. Sieben Kopien laufen in Programmkinos. Hoffentlich bald bei uns.