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Westfälisches Landestheater

Verschossen in den Mann, der übers Wasser geht

CASTROP-RAUXEL Das Westfälische Landestheather (WLT) in Castop-Rauxel spielte „Jesus liebt mich“– als launig lustigen Boulevard-Schwank.

Verschossen in den Mann, der übers Wasser geht

Sie schäkern: Maximilian von Ulardt und Samira Hempel Foto: Beushausen Foto: : Beushausen

Satan (Emil Schwarz) ist ein Bänkelsänger, der zur Gitarre Lieder von Depeche Mode oder Cindy Lauper singt. Gott (Franziska Ferrari) hat die Gestalt einer Frau mit Bart, während Jesus (Maximilian von Ulardt) einer Marie (Samira Hempel) den Kopf verdreht.

Safiers Bestseller

Am Samstag feierte „Jesus liebt mich“ Premiere am WLT in Castrop-Rauxel, es war die Uraufführung der Version, die Regisseur Urs Alexander Schleiff nach David Safiers Bestseller für die Bühne schrieb. Schleiff hat ein Händchen für boulevardeske Komik, verheddert sich aber nicht in den Fallstricken gröberen Klamauks.

Die Darsteller dürfen ihrem Affen auch mal Zucker geben, Hanswürste sind sie nicht. Vor allem Samira Hempel (die sich am WLT zum Publikumsliebling mausert) trumpft mit ihrer kessen Art groß auf. Schnippisch frech sind ihre Kommentare, wenn sie vorne ans Mikrofon geht. „Gott, gib mir ein Zeichen!“, heißt ihr Stoßgebet, nachdem sie ihre Hochzeit platzen ließ.

Amüsant gespielt

Zack, steht ein Zimmermann aus Palästina überwältigend vor ihr. Marie stammelt „Habba-babba-habba“, auf den Rängen wird gekichert. Auftakt einer Liebelei, die von anderen Affären flankiert ist. Gabriel (Mike Kühne), früher Erzengel, jetzt Pastor turtelt mit Maries Mutter (Vesna Buljevic). Maries Papa (Burghard Braun) verlustiert sich mit Svetlana aus Weißrussland.

Frivolitäten und Situationskomik sind amüsant gespielt. Jesus tanzt Salsa, geht übers Wasser und verliebt sich in aller Unschuld. Die Apokalypse ist abgesagt. Satan ist stinkig, die Zuschauer sind begeistert.

Termine: 29. 1. Dorsten, 7.3. Lünen, Karten vor Ort.

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