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Verpackungskünstler Christo plant spektakuläre Installation

Gasometer Oberhausen

Der weltbekannte Verpackungskünstler Christo plant für das kommende Jahr eine neue Großinstallation im Gasometer in Oberhausen. Er will mit einem 90 Meter hohen, begehbaren „Luftpaket“ in dem riesigen stillgelegten Gastank auf die Verletzlichkeit unserer Atmosphäre hinweisen.

OBERHAUSEN

von dpa

, 14.06.2012

Christo und seine Mitarbeiter stellten das Projekt gestern vor. Der am Vortag 77 Jahre alt gewordene Künstler wurde per Video aus New York zugeschaltet. Das neue Werk soll vom 15. März bis zum 30. Dezember 2013 im Gasometer zu sehen sein. Für die Aufbauphase im Frühjahr reist Christo selbst an. Die Skulptur unter dem Motto "Big Air Package" (großes Luftpaket) hat nach den Planungen einen Durchmesser von 50 Metern. Sie besteht aus einer 5,3 Tonnen schweren lichtdurchlässigen Hülle und 4500 Metern Seil, die den Ballon einschnüren wie ein riesiges Paket.

Das Werk soll durch Tageslicht beleuchtet und teils blau angestrahlt werden. Die Produktionskosten liegen bei 1,4 Millionen Euro, zur Deckung der Kosten seien 300 000 Besucher eingeplant, sagte die Gasometer-Leiterin Jeanette Schmitz. 390 000 Besucher lockte Christo bereits in den Gasometer. 1999 hatte er mit der Installation „The Wall“ in dem Gastank bereits einen großen Erfolg gefeiert – ein 26 Meter hohes Werk aus 13 000 Ölfässern.

Die Zuschauer können im neu geplanten "Air Package" durch eine Schleuse das Innere des Luftkissens betreten. Dort entstehe eine "Atmosphäre der Ruhe und kontemplativen Stille", hieß es. "Die Skulptur setzt so künstlerisch ein Zeichen für die Verletzlichkeit unserer Atmosphäre, die uns tagtäglich umgibt, schützt und am Leben hält." Begleitet wird die Installation von einer Ausstellung mit großformatigen Fotos früherer Christo-Kunstereignisse, die Christo-Fotograf Wolfgang Volz angefertigt hat.

Zuletzt hatte Christo mit seiner 2009 gestorbenen Frau Jeanne-Claude 1968 bei der documenta IV in Kassel ein Luftpaket geschaffen. Die Installation war mit einem Durchmesser von zehn Metern und einem Inhalt von 5600 Kubikmetern Luft viel kleiner als die in Oberhausen geplante. Dennoch habe es technische Probleme gegeben. Dies werde diesmal hoffentlich nicht der Fall sein, sagte Volz. "Das Bemerkenswerte am Gasometer ist der riesige Innenraum – 100 Meter hoch und leer", sagte Christo in der Video-Konferenz. Es habe ihn gereizt, diesen riesigen Raum zu füllen.

Die Hülle für den Gasometer fasst nach Christos Plänen 177 000 Kubikmeter Luft – Platz genug für etwa 400 Einfamilienhäuser, so Volz. Damit sei "Big air package" die größte aufblasbare Hülle der Welt ohne Trageskelett. Sie werde den riesigen Gasometer bis auf einen schmalen Gang fast völlig ausfüllen. Der Innenraum des Kunstwerkes wirke wie eine "Kathedrale der Luft".