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Filmkritiik

Thriller „The Commuter“ mit Logiklöchern

Dortmund In dem neuen Streifen „The Commuter“ steht Liam Neeson vor der Wahl: Will er Kohle oder ethisch korrekt sein? Wie sich der Versicherungsmakler entscheidet, hätte sich der Zuschauer schon denken können.

Thriller „The Commuter“ mit Logiklöchern

Soll Michael MacCauley (Liam Neeson) das Geld nehmen und dafür zum Handlanger werden? Foto: Foto: Studiocanal

Ein ahnungsloser Durchschnittsmensch tappt in die Falle und gerät ins Zentrum eines Mord-Komplotts, das irgendwelche Dunkelmänner ausgeheckt haben. Er weiß nicht recht, wie ihm geschieht, muss aber handeln, um sich und andere zu retten.

Film erinnert an einen Hitchcock-Plot

Es erinnert schwer an einen Hitchcock-Plot, was vier Drehbuchschreiber für den Thriller „The Commuter“ (der Pendler) zu Papier brachten. Versicherungsmakler Michael (Liam Neeson), dessen Dasein meist aus Routine besteht – wie die Alltags-Revue zu Beginn zeigt – erlebt den aufregendsten Tag seines Lebens. Erst wird er gefeuert. Noch während er im Pendlerzug an seine Hypotheken denkt, macht ihm eine Fremde (Vera Farmiga) ein verlockendes Angebot:

Er schluckt den Köder

25.000 Dollar auf die Hand, 75.000 später, wenn er einen Reisenden identifiziert, von dem nur ein Deckname bekannt ist und die Station, wo er aussteigt. Was mit dem Gesuchten passiert, hat Michael nicht zu interessieren. Ja oder nein? Die Zeit läuft. Michael muss wählen zwischen Moneten und Moral. Zögerlich steckt er das auf der Toilette deponierte Geld ein. Den Köder hat er geschluckt, jetzt zappelt er am Haken und sucht einen Unbekannten.

„The Commuter“ ist der vierte Film, in dem Liam Neeson unter Regisseur Jaume Collet-Serra spielt, der Neesons zweiten Frühling im Actionfach wesentlich geprägt hat. Kein Wunder, dass Neeson auch hier zum Prügelknaben wird, der in der Enge eines Abteils austeilt und einsteckt.

Nicht originell, dafür spannend



Der Film mausert sich zum Kammerspiel im Zug und betreibt eine Annäherung an Echtzeit. Noch drei Haltestellen, dann muss Michael liefern – sonst sterben Frau und Sohn. Eingebauter Countdown, das Handy als dramaturgischer Schrittmacher: Nicht originell, dafür wirksam. Erkauft wird die Spannung mit Logiklöchern, die immer abenteuerlicher und ärgerlicher werden, bis die ganze Geschichte als überkonstruiert auffliegt.

Die Inszenierung ist solide und okay, Neeson spielt ganz wacker, doch die Purzelbäume der Handlung sind ein schlechter Witz.

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