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Buchkritik

Thomas Elbel: „Der Todesmeister“

Es ist schon ein ungewöhnliches Trio, das da gemeinsam in einem brutalen Mordfall in der Bundeshauptstadt ermitteln soll. Der Halb-Asiate Ken, die türkischstämmige Begüm und der geheimnisvolle Viktor müssen sich zusammenraufen.

Thomas Elbel: „Der Todesmeister“

Viktor ist neu im Berliner Ermittlerteam, kommt eigentlich aus dem Innenministerium, in dem er mit seinem Chef nicht klar kam. Nun bekommt er es in Thomas Elbels großartigem Thriller „Der Todesmeister“ beim Berliner LKA mit dem Mord an der Nichte des ehrgeizigen Justizsenators zu tun. Die Leiche des offenbar schwer misshandelten Mädchens, das mehrere Wochen verschwunden war, wird an der Oberbaumbrücke angespült.

Viktor, den ein dunkles Familiengeheimnis quält, lernt die selbstbewusste Rechtsmedizinerin Stella kennen und beginnt mit ihr eine Affäre. Er versucht, mit seinen neuen Kollegen klarzukommen, die ihm eher misstrauisch entgegenkommen. Weil sie spüren, dass er ihnen nicht die ganze Wahrheit über sich erzählen will.

Fall gelöst?

Dazu kommt, dass ihre Ermittlungen abrupt beendet werden. Denn scheinbar hat sich der Mörder der Senatorennichte selbst gerichtet. In seinem Haus, in dem das LKA im Keller ein Studio und Zellen findet, legt er erst einen Brand und erhängt sich dann augenscheinlich. Doch das Ermittler-Trio mag an diese Version nicht glauben. Der angebliche Abschiedsbrief passt so gar nicht zu dem eher schlicht gestrickten Toten.

Aber Ken, Begüm und Viktor werden ausgebremst. Bei einer Pressekonferenz verkündet der Innensenator, der Fall sei gelöst. Ihr Chef untersagt ihnen, weiter zu forschen.

Menschliche Sorgen

Ein Ermittler-Trio mit ganz menschlichen Sorgen hat Elbel in seinem Thriller lebendig werden lassen. Und das im wahrsten Sinn des Wortes.

Die drei Charaktere sind etwas Besonderes. Ein hochspannender Thriller ist Elbel, der eine Professur für öffentliches Recht bekleidet, da gelungen. Es ist der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe des Autors, der die Leser durch die Bücher zu einer Besichtigung „seines Luftschlosses“, wie er seinen Kopf bezeichnet, einlädt.

Thomas Elbel: Der Todesmeister, 512 S., Blanvalet, 9,99 Euro, ISBN 978-3-7341-0414-5.

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