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Tanz in die totale Erschöpfung

Düsseldorfer Schauspielhaus

DÜSSELDORF Die amerikanischen Tanz-Marathons in den 1920er Jahren waren Vorläufer vieler heutiger Show- und Fernsehunterhaltungsformate - wie Doku-Soaps und Big Brother-Staffeln. Als Medien- und Publikumsspektakel der Gegenwart hat nun Amélie Niermeyer Horace McCoys 1935 erschienen Roman "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" mit Szenen von Lutz Hübner und Martin Heckmanns zum Abschied ihrer Intendanz am Düsseldorfer Schauspielhaus inszeniert.

von Von Britta Helmbold

, 15.05.2011
Tanz in die totale Erschöpfung

Rainer Galke und Anna Kubin als Moderator und Assistentin in dem Spektakel "Eternity Dance".

Aus der großen Spielfläche im Central ist ein Tanzsaal geworden: 33 Paare, Schauspieler sowie Sport- und Freizeittänzer im 1920er Jahre-Look (Kostüme: Kirsten Depphoff), tanzen nach den Kommandos vom Schiedsrichter (Miguel Abrantes Ostrowski als arroganter Unsympath) Foxtrott, Walzer, Samba und werden an die Regeln dieses Marathons erinnert. Immer in Bewegung bleiben ist alles."Eternity Dance"

Das Publikum sitzt an drei Seiten um die an einen riesigen Box-Ring erinnernde Arena. Über die Showbühne an der Rückwand, neben der auch die vierköpfige Band platziert ist, betreten Rainer Galke und Anna Kubin als Moderator und Assistentin in glitzriger Abendkleidung die Szene und meistern souverän ihre Aufgaben als Gute-Laune-Austrahler und TV-Quoten-Hochtreiber von "Eternity Dance".Glamouröse Atmosphäre

Live-Projektionen der Gesichter der Paare in Großaufnahme geben auf zwei riesigen Leinwänden an den Seitenwänden Auskunft über ihre Motivation und ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen. Die glamouröse Atmosphäre schwindet mit Dauer des Marathons. Wie Zombies taumeln die weniger werdenden Paare über das Parkett, immer wieder angetrieben zu entwürdigenden Spielen.Überzeugendes Abschiedsgeschenk Der Tanz in die totale Erschöpfung verdeutlicht, wie schmal der Grat zwischen naivem Traum von Berühmtheit und öffentlicher Prostitution in kommerziellen Shows ist. Ein überzeugendes Abschiedsgeschenk ist diese aufwändige Produktion, inklusive "Eternity"-Burger in der Pause, in der sich fast das gesamte Ensemble präsentierte.Termine: 16.-19./22.29.5./12.6.; Karten: Tel. (02 11) 36 99 11.