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„All Eyes On You“

Student hat einen Spielfilm in Unna gedreht

Unna Felix Maxim Eller ist ein Jungregisseur aus Unna. Sein zweiter Spielfilm „All Eyes On You“ erscheint noch 2018. Wie bei anderen Eller-Filmen, ist es ein Gemeinschaftsprojekt, und doch ist dieses Mal etwas anders.

Student hat einen Spielfilm in Unna gedreht

Felix Maxim Eller (M.) im Gespräch mit Hauptdarsteller Jannis Küster (l.) und Michael Marwitz Foto: Kesper

Wenn Felix Maxim Eller von vergangenen Film-Erfolgen erzählt, spricht er immer in „Wir-Form“, weil er sein ganzes Team einbezieht. Zum Team zählen – inklusive Komparsen – rund 250 Leute.

Die meisten Teammitglieder sind Laien-Schauspieler und studieren. Fast anderthalb Jahre arbeitete die Gruppe neben dem Studium an dem neuen Film „All Eyes On You“, also „Alle Augen auf dich gerichtet“.

Jungregisseur drehte in Heimatstadt

„All Eyes On You“ ist der zweite Spielfilm von Felix Maxim Eller und spielt, wie auch schon sein Debütfilm „Young and Wild“ („Jung und wild“), in seiner Heimatstadt Unna. Anders als bei seinen anderen Filmen wird es gruselig.

Das Genre ist diesmal etwas zwischen Thriller und Mystery. „Die Dramatik steigert sich, davor hatte ich ehrlich gesagt ein bisschen Angst“, gibt der 25-Jährige zu. Aber auch diese Hürde haben er und sein Team genommen. „Sonst habe ich die Leute zum Lachen gebracht. Das ist einfacher, als sie zum Weinen zu bringen“, sagt Eller.

Eine Suche unter Zeitdruck

In der fiktiven Geschichte, die zu jeder Zeit spielen könnte, geht es um Marco, verkörpert von Jannis Küster, der eine Frau in der Halloween-Nacht kennenlernt und wieder verliert. Er macht sich auf die Suche nach ihr, begegnet dabei schaurigen Figuren und gerät unter Zeitdruck.

Die Grundideen entstehen bei Eller als „starke Bilder“, die er mit einer passenden Handlung logisch verbindet. „Das ist so, wie wenn man eine Skulptur gestaltet und Dinge abschlägt, die nicht gefallen“, beschreibt der Regisseur den Entstehungsprozess des Films genauer.

Premiere auf Berliner Festival gefeiert

Um den passenden Sound kümmert sich Jan Scharfenberg, der mit Eller eine eigene Film- und Musikproduktion namens „Lost Tape“ gegründet hat.

Auf dem Berlin Independent Film Festival hat der Film am 16. Februar Weltpremiere gefeiert. Durchsetzen musste er sich gegen sechs konkurrierende Filme.

Für das breite Publikum soll „All Eyes On You“ im Herbst erscheinen, da die Geschichte in der Halloween-Nacht spielt. „Ein genaues Datum gibt‘s aber noch nicht“, sagt Eller, versichert aber, dass der Film „auf jeden Fall“ in Unna und Umgebung zu sehen sein wird.

Projekt bekommt viel Unterstützung aus Umgebung

Das muss er auch versprechen, weil viele Schauspieler und Komparsen aus Unna und umliegenden Ruhrgebietsstädten kommen und schon ungeduldig werden.

Finanziert wird der 40.000 Euro teure Film durch Spenden von Unternehmen aus Unna.

Eine Produktplatzierung hat auch Geld in die Kassen gespielt: „Ein Apfelsaft im Retro-Design ist zu sehen. Meiner Meinung nach ist die Apfelsaft-Szene die witzigste“, sagt Hauptdarsteller Jannis Küster und lacht. Da hat das Team zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn so war der Durst der Schauspieler auch gestillt.

Strom für die Drehs bekam die Film-Gruppe von den Stadtwerken. „Das war echt der Hammer“, sagt Eller. Auch das Kulturamt Unna unterstützt die Gruppe.

Crew hielt sich mit Glühwein warm

Der Filmdreh war für das gesamte Team eine Herausforderung. „Wir haben im Sommer 2016 und im Frühjahr 2017 gedreht, weil wir ja noch zur Uni gehen und alles in die Semesterferien legen mussten“, sagt Eller, der an der Fachhochschule Dortmund Film studiert.

Da der Film die meiste Zeit nachts spielt, entschieden sich die Filmmacher, im Sommer zu drehen. Aus dem einfachen Grund, dass „man im Winter zwar eher zu drehen anfangen kann, weil es früher dunkel ist, aber auch deutlich kälter“, erklärt Küster. Das Blöde war: „Es war der kälteste Sommer seit Langem! Bei 7 Grad haben wir uns abends mit Glühwein warmgehalten“, erinnert sich Küster.

Film soll Zuschauer fordern

„All Eyes On You“ scheint ein vielversprechender Film zu sein. Denn die Film-Crew ist fest davon überzeugt, dass sie den Zuschauer fordert und mit Leidenschaft eine Geschichte erzählt. „Wir mögen es selbst nicht, wenn wir aus dem Kino kommen und denken, dass wir verarscht wurden“, sind sich Eller und Küster einig.

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