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Sammlung Haniel hütet viele Schätze

Märkisches Museum Witten

Das Märkische Museum in Witten präsentiert bis September den Kunstbesitz des Unternehmens. Der Umfang der Leihgabe ist einmalig.

von Sandra Schaftner

Witten

, 21.02.2018
Sammlung Haniel hütet viele Schätze

„Weiße Linie“ von Fritz Winter hängt für einige Monate im Märkischen Museum Witten statt bei Haniel. Foto: Schaftner

Die Bilder aus dem Informel, die dauerhaft im Märkischen Museum Witten ausgestellt sind, haben derzeit Gesellschaft von internationalen Artgenossen. Seite an Seite mit den museumseigenen Werken hängen 40 Bilder aus der Sammlung des Familienunternehmens Haniel.

Es ist laut Museumsleiter Christoph Kohl das erste Mal, dass eine größere Zahl von Exponaten aus der Sammlung in einem Museum ausgestellt wird. „Informel international“ ist eine Premiere.


Schließung von Prosper Haniel


Der Anlass der Ausstellung ist die Schließung von Prosper-Haniel, der letzten aktiven Zeche im Ruhrgebiet. Sie war bis 1968 im Besitz des Familienunternehmens Haniel. Während der Bergbau seinen Höhepunkt erreichte, fand in der Kunst ein Umbruch statt. Künstler wie Fritz Winter, Emil Schumacher und Peter Brüning suchten nach neuen Ausdrucksformen und fanden sie im Stil des Informel.

Den Besuchern der Ausstellung fällt beim Eintreten sofort ein blau dominiertes Gemälde von Fritz Winter („Weiße Linie“, 1953) ins Auge. Krumme Formen in schwarzen und roten Tönen stehen scheinbar wahllos nebeneinander. Im Vordergrund kringelt sich eine weiß-schwarze Linie. Wer näher herangeht, kann die Pinselstriche nachvollziehen und sich ausmalen, wie das Werk bei der Entstehung nach und nach Form annahm.


Für die Büros gekauft


Das Gemälde hing wie die anderen Bilder zuvor in den Räumen des Unternehmens Haniel, in den Fluren, Büros und Sitzungssälen. „Haniel ist es wichtig, dass Kunst den Alltag begleitet und inspiriert“, sagt Museumsleiter Kohl. Die Sammlung sei für die Mitarbeiter der Firma geschaffen worden.

Für ein paar Monate leiht Haniel dem Märkischen Museum die Bilder aus, die dort das deutsche Informel um seine internationale Ausrichtung ergänzen. Die Kunstrichtung hat ihren Ursprung in Paris und breitete sich in Europa aus. Sie ist ein Ausdruck der internationalen Verständigung, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder begann.

Märkisches Museum Witten: „Informel international – Auszüge aus der Sammlung Haniel“, bis 16.9., Husemannstraße 12, Mi, Fr-So 12-18 Uhr, Do 12-20 Uhr.
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