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Spektakel am 30. Juni

Revier plant eine Extraschicht – die Bahn leider auch

Herten Während sich Hunderttausende in der „Nacht der Industriekultur“ am Samstag, 30. Juni, vergnügen wollen, werden ausgerechnet die Schienenwege zwischen Gelsenkirchen und Oberhausen saniert. „Sperrpausen“ nennt das der Fachmann. Und die müssen Jahre vorher festgelegt werden, weil sie den Bahnverkehr in ganz Deutschland betreffen.

Revier plant eine Extraschicht – die Bahn leider auch

Die Zeche Schlägel und Eisen in Herten ist ein interessanter Spielort der Extraschicht. Foto: Jäger

Zu ändern sei das nicht, bedauerte am Donnerstag José Luis Castrillo, Vorstand des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). Diese Sperrungen werden den RE3 und die S-Bahn-Linie 2 stoppen. „Wir werden versuchen, einen exzellenten Schienenersatzverkehr zu machen“, versprach Castrillo.

Ansonsten hatte das Team der Ruhr Tourismus GmbH den Turbo eingelegt, als es am Donnerstag die kommende Extraschicht vorstellte. Alles wie gehabt: 50 Spielorte in 22 Städten von Moers bis Unna versprach Axel Biermann, Geschäftsführer der Ruhr Tourismus. 1,5 Millionen Euro kostet das fantastische Spektakel von 18 Uhr abends bis 2 Uhr am nächsten Morgen.

2000 Kumpel auf Zollverein

In diesem Jahr gibt die RAG-Stiftung 250.000 Euro dazu – und bietet wegen des Abschieds vom Bergbau eine besondere Attraktion. Der 13. Deutsche Bergmannstag findet ebenfalls am 30. Juni auf Zollverein statt, beginnt aber schon um 12 Uhr. 2000 Kumpel in Paradeuniformen werden erwartet, einen „Zapfenstreich“ gibt´s um 22.30 Uhr.

Fünf Orte legen zum ersten Mal eine Extraschicht ein. Die „Stiftsquelle“ in Dorsten bittet zu Führungen durch die bunt beleuchtete Produktion. Auch das schöne Haus Opherdicke in Holzwickede wird von Lichtkünstlern in Szene gesetzt. Das „Junkyard“ an der Dortmunder Schlägelstraße war früher ein Schrottplatz, es will sich nun als junger, hipper und entspannter Treffpunkt zeigen. Die „Alte Dreherei“ in Mülheim ist ein sehenswertes Industriedenkmal. Die „Werkstadt“ in Witten bietet Live-Musik.

Lohberg ist heißer Tipp

Ein sprichwörtlich heißer Tipp ist das Kreativquartier Lohberg in Dinslaken. Dort geht um 20/22/23.40 Uhr die Zirkus-Show „Dreams of Speed“ in der gigantischen Kohlenmischanlage über die Bühne – inklusive der rasenden Motorräder in einer Gitterkugel und einer Feuershow um Mitternacht. Nostalgisch wird es auf der einstigen Hertener Zeche Schlägel und Eisen zugehen, auf der diese Auftakt-Pressekonferenz zur Extraschicht stattfand. Bergleute werden hier am 30. Juni auf uralten Sofas und zwischen Troddellampen erzählen, wie es früher unter Tage wirklich war.

  • Der Vorverkauf hat am Donnerstag begonnen. Bis 29. Juni kosten die Tickets 17 Euro. Schüler, Studenten, Azubis und Erwerbslose zahlen 14 Euro, Besitzer der Ruhrtop-Card 8,50 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Tickets in 160 Vorverkaufsstellen oder unter Tel. (01806)181650.
  • Karten an der Abendkasse kosten 20 Euro, da gibt es keine Ermäßigung.
  • Dann sind die 160 Shuttlebusse kostenlos, ebenso die Netze des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr und der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe vom 30.6. bis zum 1.7. (7 Uhr morgens). Schon 2017 haben 6000 Menschen den VRR-Fahrtenplaner genutzt, es gibt ihn auch diesmal.

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