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Puccini mit Luxusstimme

"Schwester Angelic" im Konzerthaus

DORTMUND. Als Sensation wird Kristine Opolais' Interpretation von Dvoraks "Rusalka" derzeit an der Münchner Staatsoper gefeiert. Der Inszenierung liegt die Geschichte von Natascha Kampusch zugrunde. Die Sensationsstimme kommt am 20. Mai als Puccinis "Schwester Angelica"ins Konzerthaus Dortmund. Julia Gaß sprach mit der 31-Jährigen.

von Von Julia Gaß

, 12.05.2011
Puccini mit Luxusstimme

Kristine Opolais singt die Titelrolle in Puccinis Einakter »Schwester Angelica« am 20. Mai im Konzerthaus Dortmund.

Am Pult des WDR Sinfonieorchesters steht in Dortmund ihr Mann, Andris Nelsons. Ist das eine besondere Freude oder anstrengender als mit einem anderen Dirigenten? Es ist eine besondere Freunde und eine große Möglichkeit, längere Zeit zusammen zu arbeiten. Sonst sehen wir uns nur wenige Tage im Monat. Jetzt verbringen wir zwei Wochen zusammen. Es gibt eine besondere Chemie zwischen uns, aber ich sehe ihn auf der Bühne nur als Dirigenten. Er ist ein hundertprozentiger Musiker, besonders in der Oper.

Und Sie haben Ihren Mann auch bei einer Puccini-Oper kennen gelernt. Ja, bei "La Bohème" in Riga. Ich war dort Chorsängerin, die "Bohème" war seine erste Oper in Riga als Chefdirigent. Es gab Vorsingen für die Musetta, und er hat mich genommen. Das war für mich eine große Chance und ein großer Start meiner Karriere.

Für Ihren Mann war 2010 ein Jahr mit viel Puccini und für Sie auch. Sie singen im Juni die Butterfly in Tokio und Berlin, haben Tosca in Riga, Athen und der Berliner Staatsoper gesungen und die Mimi in Wien. Ja, mein Leben ist sehr gefühlvoll. Puccini ist mein Lieblingskomponist. Seine Musik hat so viel Seele, ich fühle sie mit dem ganzen Körper. An der Berliner Staatsoper mache ich auch noch eine neue "Manon Lescaut".

Die Geschichte der Angelica ist sehr traurig. Sie bringt sich um, als sie erfährt, dass ihr uneheliches Kind, das sie abgeben musste, bevor sie ins Kloster musste, tot ist. Ja, das ist eine große Tragödie. Tosca ist nicht so traurig. Aber es gibt viele Wechsel, ein Auf und Ab der Gefühle. Das gibt mir Gelegenheit, alle Farben meiner Stimme zu zeigen, in leisem Piano zu singen und mit großer Stimme.

Geht das in einer konzertanten Aufführung besser? Ich liebe es, zu schauspielern, ich möchte auch gerne mal einen Opernfilm drehen, so wie Anna Netrebko die "Bohème". Dann kann man Spielen und Singen trennen, erst die Musik aufnehmen und dann drehen. Dann kann man auch weinen. Als Sänger ist es schwer, auf der Bühne zu weinen und dabei zu singen. Aber in einem Konzertsaal ist man näher am Publikum, das Orchester ist nicht zwischen uns und man kann man sich mehr auf die Stimme konzentrieren. Man muss nicht irgendwo unbequem liegen beim Singen.In der Münchner "Rusalka" liegen Sie die ganze Zeit im Wasser. Das ist gefährlich für die Stimme, es war aber keine Frage, dass ich es mache. Die Inszenierung ist so besonders.

Sie haben dafür sogar auf Ihr Debüt an der MET als Musetta verzichtet. Ich habe lange auf mein MET-Debüt gewartet, aber es kommt. Eine innere Stimme hat mir gesagt: Mach das in München. Als ich gehört habe, dass Martin Kusej inszeniert, war es keine Frage.

Wussten Sie, dass Kusej auf der Grundlage der Kampusch-Geschichte inszeniert? Nein. Ich kannte die Geschichte aus den Nachrichten und war geschockt. Schrecklich, großer Psychoterror. Martin hat mich gefragt "Kannst Du Dir vorstellen, dass der Wassermann dich einsperrt?" Ich konnte mir das vorstellen. Er ist ein schlechter Mensch.

Es gibt noch Karten: Tel. (0231) 22 69 62 00.www.konzerthaus-dortmund.de