Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Paratore-Brüder setzen erst spät den Höhepunkt

DORTMUND Anthony und Joseph Paratore hatten sich für ihr Konzert im Dortmunder Harenberg-Haus ein mustergültiges Programm ausgedacht. Ihre Interpretationen von Schubert und Liszt kamen jedoch erst blutleer und abgespult daher -- bis sie doch noch einen späten Höhepunkt setzten.

von von Karsten Mark

, 22.05.2011
Paratore-Brüder setzen erst spät den Höhepunkt

Die Pianisten Anthony (l.) und Joseph Paratore zeigten erst in der zweiten Hälfte des Konzerts ihre gewohnte Form.

Es scheint, als habe Schubert es geahnt. Dass ihm jemand nachfolgen würde, der sich anstecken ließe von seiner Vision kühner Ausdrucksmöglichkeiten am Klavier. Und der sie bewältigen könnte - etwa die hohen Klippen seiner Wanderer-Fantasie, an denen Schubert als Pianist immer nur haarscharf entlang schiffte. Franz Liszt nahm sich dieser Aufgabe schließlich an. Er spielte die Wanderer-Fantasie nicht nur mit Bravour, er verarbeitete sie auch zu einem Klavierkonzert mit Orchestersatz und schuf eine Fassung für zwei Klaviere. Letztere war nun beim Klavierfestival Ruhr im Foyer des Harenberg-Hauses zu hören - aufgeführt von den Brüdern Anthony und Joseph Paratore.Mustergültige Dramaturgie Ihr Programm ist dramaturgisch mustergültig: Im Zentrum des Abends steht Liszts h-moll-Sonate in einer Fassung für zwei Klaviere, die der französische Komponist Camille Saint-Sains arrangierte - eine Rarität auf dem Konzertpodium. Der Weg dorthin führt sie über Schubert, über die Wanderer-Fantasie und eine Ausgrabung, die ebenfalls auf Franz Liszt zurückgeht: ein Divertissement à la Hongroise für vier Hände. Es ist ein länglicher Dreisätzer, den Richard Wagner "trivial" gefunden haben soll und Felix Mendelssohn rhythmisch "monoton". Die Gebrüder Paratore wählen dieses "Divertissement" als Eröffnungsstück und tun nicht gut daran: Es klingt über weite Teile wie vom Blatt gespielt, ganz so, als wollten sie die vernichtenden Urteile der Altmeister bestätigen. Leider setzt sich dieser Fehlstart über das Stück hinaus fort, und selbst die Wanderer-Fantasie mit ihren Gefühlsaufwallungen und orchestralen Glanzpunkten klingt allzu routiniert abgespult.Gewohnte Form in Hälfte zwei Erst in der zweiten Hälfte findet das Duo zu gewohnter Form. Mit Debussys "En blac et noir" lassen sie erstmals an diesem Abend den Farbenreichtum der Zwei-Klaviere-Besetzung voll zur Geltung kommen. Auch der Abschluss mit Liszts h-moll-Sonate ist wirkungsvoll. Die Paratores setzten damit einen Glanzpunkt auf einen eher durchwachsenen Abend.

Schön, dass Sie sich für diesen Artikel interessieren.
Er ist Teil von DZ+, dem neuen exklusiven Angebot der Dorstener Zeitung.

Registrieren Sie sich einfach kostenlos und unverbindlich,
schon können Sie weiterlesen.
Mit Google
Mit Amazon
Oder registrieren Sie sich mit Ihrer E-Mail:

Mit Ihrer Registrierung erklären Sie sich mit unseren AGBs und unserer Datenschutzerklärung einverstanden