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Neil Beloufa gewinnt Großen Preis in Oberhausen

Kurzfilmtage

OBERHAUSEN Die Jurys haben gesprochen, die Preisträger der 57. Kurzfilmtage stehen fest. Oberhausen bleibt ein Festival, das dem Experiment zugeneigt ist: Der Große Preis des Internationalen Wettbewerbs (7500 Euro) geht an Neil Beloufa aus Frankreich.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 10.05.2011
Neil Beloufa gewinnt Großen Preis in Oberhausen

Szene aus dem Siegerfilm »Sans-titre« von Neil Beloufa.

Seinen Film "Sans-titre" nennen die Juroren "ebenso unheimlich wie originell": Terroristen sollen eine Villa verwüstet haben, suggeriert der Ton. Die Bilder aber (Räume aus Papier, Akteure im Halbdunkel) zerblasen jede Gewissheit und führen in bizarre Traumrealität. Weitere 5000 Euro bekam Beloufa von der Jury des Landes NRW zugesprochen.

Hauptpreise (je 3500 Euro) errangen Laure Prouvosts "The Artist" und "Mercúrio" vom Portugiesen Sandro Aguilar. In der Begründung wird "The Artist" als "dynamisch, frisch, frenetisch und albern" gelobt, als "überdrehter Atelierbesuch aus der Hölle". Aguilar filmte ein Stelldichein durch Glasscheiben, deren Spiegelungen Einblicke und Ausblicke eröffnen, optische und emotionale Reflektionen ergeben.

Roee Rosen aus Israel darf sich über den ARTE-Preis, dotiert mit 2500 Euro, freuen. Eine Sadomaso-Session, in der Schläge verteilt werden, kippt in eine Abrechnung mit dem israelischen Außenminister: Alles, was der Gequälte dort hinausschreit, sind Zitate von ihm. Die Jury zeigte sich angetan von Rosens "Qualität des Exorzismus" .

Den Deutschen Wettbewerb und 5000 Euro gewinnt Vanessa Nica Muellers "Traces Of An Elephant", Träger des 3sat-Förderpreises (2500 Euro) ist Phil Collins' "marxism today":

Was bleibt vom Sozialismus der DDR, wohin mit seinen Idealen? Eine Spurensuche. Sieger des NRW-Wettbewerbs (1000 Euro Preisgeld) ist "How To Raise The Moon", eine Animation von Anja Struck: In einem Raum voller Geheimnisse ringen Schlaf und Tod um eine Frau.