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NRW war bei "Jazzahead" in Bremen gut vertreten

European Jazz-Meeting

BREMEN Dass die Geburtsorte des Jazz in Südkorea oder Indonesien liegen, will allen Ernstes keiner behaupten. Dennoch: Auch in diesen exotischen Gegenden auf der Jazz-Landkarte gibt es rege Improvisations-Szenen, wovon sich die Besucher der „Jazzahead"-Messe in Bremen am Wochenende vergewissern durften.

von Von Michael Klein

, 02.05.2011
NRW war bei "Jazzahead" in Bremen gut vertreten

Popsängerin Sezen Aksu sorgte für einen ausverkauften Saal bei der "Jazzahead".

Giftgrüne Pfeile wiesen in der Hansestadt den Weg zu den Messehallen, in denen sich im sechsten „Jazzahead"-Jahr ein buntes Völkchen aus Label-Machern, Konzertagenten, Musikern, Fachjournalisten, Instrumentenbauern, Veranstaltern und Otto Normaljazzhörern tummelte. Mehr als 350 Aussteller bedeuteten dabei einen neuen Teilnehmerrekord – eine stolze Erfolgszahl in Zeiten, in denen andere Sparten der Musikindustrie von einer Krise in die nächste taumeln.Nicht nur europäische Länder und Regionen nutzen die Fachmesse als Plattform, ihre improvisierenden Musiker als kulturelles Exportgut zu präsentieren – auch wenn der Fokus der Messe eindeutig auf die „Alte Welt" gerichtet war.20 Gruppen aus zehn Ländern Inklusive des diesjährigen Partnerlands Türkei, das nicht nur Jazzgruppen, sondern auch den Rapper Ceza und die Pop-Sängerin Sezen Akzu zu ausverkauften Konzerten in den windigen Norden geschickt hatte.Beim „European Jazz-Meeting" zeigten sich 20 Gruppen aus zehn Ländern vor Club-Besitzern, Festival-Chefs und zahlenden Publikum in Kurzauftritten von ihrer besten Seite, ansonsten war bei der Jazzahead vornehmlich „netzwerken" angesagt. Christine Stephan, Herausgeberin der Münsteraner Zeitschrift „Jazzthetik", stellte dabei zwei interessante Projekte vor: Zum einen das Internet-Portal „JazzX.org", auf dem herausragende Fachartikel aus ganz Europa gesammelt und in englischer Übersetzung aufgearbeitet werden.Jazz als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Zum anderen ein Qualifizierungs-Programm, das auf dem Ausbildungsmarkt seinesgleichen sucht: Für die Dortmunder Jugendhilfe- und Pädagogik-Initiative „Andante" stellt die Jazzthetik-Herausgeberin nicht nur zwei sozial benachteiligten jungen Frauen Ausbildungsplätze zur Bürokauffrau zur Verfügung, sie versucht zudem, sie in die Welt der improvisierten Musik einzuführen: Jazz gleichermaßen als Instrument für eine Arbeitsbeschaffungs- wie für eine Bewusstseinsschaffungsmaßnahme.

Grenzüberschreitend ist das Vorhaben, auf das sich während der Jazzahead die französische Festivalorganisation „AFIJMA" und die Veranstaltergemeinschaft „Jazz am Rhein" geeinigt haben. In den kommenden Jahren wollen sie dafür sorgen, dass regelmäßig deutsche Musiker in Frankreich und französische Musiker in Deutschland auftreten – auch das Internationale Jazzfestival Münster wurde für diesen Jazz-Austausch mit ins Boot geholt.

German Jazz Night  Zu den auserwählten Musikern dürfte dann sicherlich auch der aus dem westfälischen Olsberg stammende und nun in Köln lebende Trompeter Frederik Köster gehören. Bei der „German Jazz Night" auf der Jazzahead bewies der 33-Jährige Echo-Jazz-Preisträger mit seinem Quartett in einem eindrucksvollen Konzert, dass der deutsche Jazz mit ihm einen Instrumentalisten hervorgebracht hat, der auch international für Furore sorgen dürfte.