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"Mütter und Töchter": Leben, leiden und sterben in L.A.

Im Kino

Drei Frauen, die sich nicht kennen, deren Leben aber verknüpft sind. Karen hat als 14-Jährige ein Kind zur Adoption freigegeben und kann das nicht verwinden. Ihre Tochter Elizabeth wuchs bei Pflegeeltern auf. Lucy und ihr Mann wünschen sich sehnlichst ein Baby und wollen eines annehmen. Leben, leiden, sterben in Los Angeles: Rodrigo Garcias „Mütter und Töchter“ ist Melodram, Trauma-Erkundung und Ensemblefilm, getragen von Frauen.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 03.05.2011
"Mütter und Töchter": Leben, leiden und sterben in L.A.

Physiotherapeutin Karen (Annette Bening) leidet bis heute unter dem Verlust ihres Kindes.

Die spielen so feinfühlig und glaubwürdig, dass die konstruierten Winkelzüge des Drehbuchs vor ihrer Leistung verblassen. Annette Bening ist als Karen zu sehen. Die 50-jährige Physiotherapeutin hat sich emotional eingeigelt. Sie gibt sich barsch und spröde, schützt durch ihren Stachelpanzer einen weichen Kern. Dass sie ihr Kind weggab, macht ihr noch Jahrzehnte später Kummer. Was ist geworden aus der Kleinen?

Eine Karrierefrau. Elizabeth (Naomi Watts) arbeitet als Anwältin. Intelligent und selbstbewusst meistert sie ihren Job, wissend, dass ihre Art sehr anziehend wirkt auf Männer. Sie schläft mit ihrem Chef (Samuel L. Jackson), bricht aber den Kontakt ab, als sie schwanger wird. Wie ihre Mutter verbirgt sie hinter aller Kühle eine tiefe Wunde. Sie wuchs auf, ohne ihre Wurzeln zu kennen.

Lucy schließlich, gespielt von Kerry Washington, durchleidet das Prozedere eines Adoptionsverfahrens. Eine Schwangere sagt mal Hü, mal Hott zu Lucy als künftiger Mutter ihres Kindes. Als alles verloren scheint, kommt Lucy doch noch zu Mutterfreuden. Drei Frauen, drei Handlungsstränge. Regisseur und Autor Rodrigo Garcia, Sohn des Großliteraten Gabriel Garcia Márquez, lässt Schicksalsmühlen mahlen. Er holt weit aus auf dem Weg zum tragisch rührenden Finale, behauptet aber dank seiner Darsteller eine Lebensechtheit, die den Tränentreiber-Operetten nach Nicholas Sparks abgeht. Wer nah am Wasser gebaut ist, sollte dennoch ein Taschentuch parat haben.