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Mit Spielbergs „Ready Player One“ geht es zurück in die 80er!

Neu im Kino

Steven Spielberg verfilmt ein Buch, das Spiele, Kino und Musik der 80er-Jahre feiert, und macht daraus eine visuell sensationelle Verneigung vor der Popkultur von damals: „Ready Player One“.

Mit Spielbergs „Ready Player One“ geht es zurück in die 80er!

Mark Rylance verkörpert den Erfinder, der drei Schlüssel zum Reichtum hütet. Ab Donnerstag (5. April 2018) im Kino. Foto: Warner Bros.

Er hätte sich selbst zitieren können, schließlich hat Steven Spielberg mit Filmen wie „Poltergeist“, „Indiana Jones“, „E.T.“ die 80er-Jahre mitgeprägt. Das war ihm wohl zu plump, so tischt er uns anderes auf in seinem Potpourri der Popkultur: Marty McFlys DeLorean aus „Zurück in die Zukunft“, ein Motorrad wie bei „Akira“.

Virtuelle Realtität

Willkommen in der virtuellen Realität, mit Avataren wie in „Final Fantasy“, mit Steampunk-Piraten, Magiern, Trollen, Zombies, Horror-Clowns, Mecha-Godzilla, King Kong, Chucky, der Mordpuppe. Die Parallelwelt des Jahres 2045, „The Oasis“ genannt, wimmelt vor digitalen Wiedergängern von Film-, Comic-, Videospiel-Gestalten.

Wer alt genug ist, erinnere sich an seine Lieblingsfigur aus den 80ern – irgendwo in den riesigen Wimmelbildern von „Ready Player One“ wird sie versteckt sein.

Für Kino-Verrückte

Spielbergs Film ist eine Hommage an die Nerd-Kultur, ein Almanach für Kino-Verrückte, Spiele-Bekloppte und Comic-Vernarrte, die in den 80ern jung waren. Ein Irrgarten aus Verweisen, Zitaten, Anspielungen, der uns streckenweise mit Reizen zuballert wie lange kein Film. Ah, die Zwillinge aus „Shining“! Hey, war das nicht ein Modell aus „Robocop“? 

In seinen Massen-Szenen wird der Film zu purem „Eye Candy“, Zucker fürs Auge: eine Oper in Breitwand und 3D, überbordend in der Fülle rechnergenerierter Details. Hunderte Avatar-Ikonen aus den Gedächtnisarchiven der Filmfreaks liefern sich ein Rennen oder eine Schlacht.

Trailerparks sind immer noch trostlos

Kinderträume werden wahr in diesem Cyber-Kosmos. Jeder Spieler ist der, der er sein will: Elfe, Ritter oder Gigant aus dem All. Das wirklich wahre Leben des Jahres 2045 ist nämlich reichlich deprimierend. Die „Trailerparks“ sind so trostlos wie 2018, nur dass die Slums aus Containern nun in die Höhe wachsen, als habe man Käfige für Kanarienvögel gestapelt.

Und in den Käfigen hampelt die Hälfte der Bewohner zu Simulationen, die auf der Datenbrille virtuell-real abgespielt werden. Tanzen, Tennis, Ballern, je öder der Alltag, desto schöner die Spiele. Die Oasis ist die prickelndste, komplexeste Simulation überhaupt. Geschaffen hat sie ein genialer Typ, Steve Jobs, Steve Wozniak, Bill Gates in einem. Natürlich ein linkischer „Catweazle“-Vollnerd, gespielt von Mark Rylance.

Versteckte Ostereier

Drei „Easter Eggs“, Mega-Präsente hat der Mann vor seinem Tod in der Oasis versteckt: Finde sie, löse die Aufgabe, werde Multimillionär! Viel Spaß dabei.

Der Roman von Ernest Cline (Co-Autor des Drehbuchs) wird bei Spielberg zu einer bilderverliebten Popcorn-Extravaganza, nicht mehr, nicht weniger. Ein Held (Ty Sheridan), sein Mädel (Olivia Cooke), die große Ostereier-„Challenge“.

Und die Schurken von der Schurken-Corporation, die keine Fans sind, sondern Businesshaie. Wem wir wohl den Daumen drücken?

Sensationelle Optik

Sehr unterhaltsam dank sensationeller Optik. Geistig eher schlicht, Nerd-Wissen mal ausgeklammert. Pädagogisch ist der Film um die goldene Mitte bemüht: Dienstag und Donnerstag hat der Cyberspace bald geschlossen.

„Real Life Matters“, gibt Onkel Spielberg uns mit auf den Weg. Triff die Kumpels doch mal im wahren Leben!

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