Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Mehr als nur eine Welt

Eigentlich erlaubt das Fantasy-Genre Autoren und Filmemachern alle Freiheiten. Doch gerade die berühmtesten Fantasy-Geschichten wie C.S. Lewis' "Narnia"-Zyklus tendieren dazu, konservative oder sogar autoritäre Ideen und Vorstellungen zu propagieren. Dass es auch ganz anders geht, davon zeugt Philip Pullmans wundervolle Romantrilogie "His Dark Materials".

Mehr als nur eine Welt

Schön zwielichtig: Nicole Kidman als Mrs. Coulter.

"Der goldene Kompass", ihr erster Teil, ist nun von Chris Weitz verfilmt worden. Und wie die Romane stellt auch diese Adaption alles in den Schatten, was dieses Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat.

Parallele Welten

In Pullmans Universum gibt es nicht nur eine Welt, sondern zahllose parallele Welten, die einst alle miteinander verbunden waren. Doch über Generationen hinweg haben die Herrschenden mittels des Magisteriums, einer zugleich kirchlichen und staatlichen Behörde, alle Hinweise auf die parallelen Welten unterdrückt.

Nun ist der Polarforscher Lord Asriel (James Bond-Darsteller Daniel Craig) im Norden auf einen rätselhaften Staub gestoßen, der das Tor zu den anderen Welten öffnen könnte. Da diese Entdeckung die Existenz des Magisterium bedroht, setzen seine Vertreter alles daran, Lord Asriel aufzuhalten.

Eigene Welt erschaffen

Einen Mordanschlag kann Asriels zwölfjährige Nichte Lyra (Dakota Blue Richards) verhindern. Damit beginnt ein Abenteuer, bei dem sie zunächst in die Fänge der so verführerischen wie zwielichtigen Mrs. Coulter (Nicole Kidman) gerät. Aber ihr gelingt schon bald die Flucht, auf der sie Hilfe bei fliegenden Hexen, Seefahrern, einem Cowboy (Sam Elliot) und dem sprechenden Eisbären Iorek Byrnison findet.

Pullman und Weitz haben in "Der goldene Kompass" eine Welt erschaffen, die zwar an das viktorianische Zeitalter erinnert, aber etwas ganz Eigenes ist. Schon die Idee, dass die Seelen der Menschen sie in Gestalt von Tieren begleiten, hat etwas Zauberhaftes. Diese liebevoll animierten Begleiter sorgen für wunderbar komische Momente.

Anders als in "Narnia" oder den "Herr der Ringe"-Filme geht es bei Weitz in den perfekt inszenierten Action-Szenen nicht darum, degenerierte Kreaturen zu bekämpfen und eine neue Ordnung zu errichten. Sie geben vielmehr einem anarchischen Freiheitsdrang Ausdruck. Jede kriegerische Handlung wird als notwendiges Übel erkennbar. Aus Gewalt kann nichts Gutes entstehen. Sie ist nur manchmal unvermeidbar, wenn es darum geht, unsere Eigenständigkeit zu verteidigen.

Kritik von konservativen Christen

Philip Pullmans Romantrilogie "His Dark Materials" (Sein dunkler Rohstoff) hat ihren Titel aus John Miltons Hauptwerk "Paradise Lost", in dem es über die Naturgewalten heißt "Wenn nicht des Schöpfers Allmacht sie bestimmt/Zum dunklen Rohstoff neuerschaffner Welten". Die Trilogie besteht aus "Der Goldene Kompass" (1995) ,"Das magische Messer (1997) und "Das Bernsteinteleskop" (2000).

Konservative Christen in den USA ziehen derzeit gegen den Film zu Felde. Pullman sei bekennender Atheist und seine negative Darstellung des Magisteriums sei ein schwach kaschierter Großangriff auf das Christentum, besonders auf die katholische Kirche, beschwerte sich der US-Verband "Katholische Liga". Pullman selbst hat in zahlreichen Interviews und Artikeln keinen Hehl aus seiner Kritik an Religionen gemacht. epd

(Ab Donnerstag im Kino.)

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Dortmund Junge trifft Mädchen – die älteste Geschichte der Welt. Edward stolpert im Film „Am Strand“ in eine Versammlung von Anti-Atom-Aktivisten, als sein Auge auf Florence fällt. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch die Beziehung bekommt auf tragische Weise einen Knacks. Getragen wird der Film von fabelhaft guten Darstellern.mehr...

Essen Nach der Jubiläumsspielzeit 2017/18, die unter dem Motto „Wer zahlt die Zeche?“ steht, ist das Motto des Grillo-Theaters Essen in der Saison 2018/19 „Alles umsonst“. Allerdings nicht mehr bezogen auf den Bergbau, sondern auf Entwicklungen in Europa und der Welt. Es gibt auch eine Uraufführung.mehr...

Ein Buch über seine Großmutter hat Thomas de Padova verfasst und schlicht „Nonna“ genannt. Der Autor verbrachte seine Sommerferien immer im Geburtsort seines Vaters, in einem Küstendorf in Apulien – und so ist sein lesenswertes Buch auch ein bisschen Reiseführer.mehr...