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Max Frisch: Ein Leben als Literatur

100. Geburtstag

FRANKFURT/MAIN. Max Frisch (1911-1991) war schon fast 40 Jahre alt, als er 1950 sein erstes bedeutendes Werk veröffentlichte - das "Tagebuch 1946-1949". Es ist eine kritische, von Empathie getragene Bestandsaufnahme Nachkriegseuropas aus der Sicht des "neutralen" Schweizers. Aber es ist auch Keimzelle eines immensen literarischen Werks, das in den nächsten Jahrzehnten entstehen sollte: Motive aus "Andorra", "Biedermann und die Brandstifter" oder "Stiller" finden sich bereits hier. An diesem Sonntag (15.5.) vor 100 Jahren wurde Max Frisch geboren.

von dpa

, 15.05.2011
Max Frisch: Ein Leben als Literatur

Max Frisch wurde an diesem Sonntag vor 100 jahren geboren.

Frischs letzte große Erzählung, "Montauk", war 25 Jahre später so etwas wie eine Antwort auf das "Tagebuch". Auslöser für diesen Text, den viele Kritiker für seinen besten halten, war ein Wochenendausflug nach Montauk auf Long Island bei New York. Frisch war unterwegs mit einer jungen Amerikanerin, Alice Carey, die er in der Erzählung Lynn nennt.Tagebuch mit Erinnerungen Auch dies ist wieder ein Tagebuch, mit Erinnerungen an sein Leben als Autor, als Mann, als Gatte, als oft untreuer Liebender - ein schonungsloses Selbstporträt, aber gerade deshalb so überzeugend. War das "Tagebuch" ein Versprechen, so ist "Montauk" eine Bilanz. Zwischen beiden Büchern liegen die Theaterstücke und Romane, durch die Frisch zu Weltruhm kam, durch die er zum Klassiker wurde.

Dreimal war Frisch verheiratet, er hatte drei Kinder. Seine bekannteste Liebesbeziehung verband ihn für vier Jahre mit Ingeborg Bachmann. Frisch starb nach langer Krankheit am 4. April 1991 in Berzona im Tessin.