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Malkovich sieht Casanova nicht nur als Frauenheld

Auftakt der Ruhrfestspiele

RECKLINGHAUSEN Silvio Berlusconi und John Malkovich haben wenig gemeinsam. Dennoch hat der Sponsor der Ruhrfestspiele es geschafft, die beiden auf einem Werbeplakat unterzubringen. Berlusconi gebe den Casanova in Rom, Malkovich den in Recklinghausen. Dabei interpretiert das Duo seine Rollen sehr unterschiedlich.

von von Benjamin Blum

, 02.05.2011
Malkovich sieht Casanova nicht nur als Frauenheld

Hollywoodstar John Malkovich gibt den Casanova in "Giacomo Variations".

Hier der italienische Ministerpräsident, der sich trotz "Bunga Bunga" mit Minderjährigen keiner Schuld bewusst zu sein scheint. Dort ein Hollywood-Star, welcher die Hauptfigur der "Giacomo Variations", die heute die Ruhrfestspiele in Recklinghausen eröffnen, nicht auf den Frauenhelden reduzieren will. Die Autobiografie des Schriftstellers Giacomo Casanova habe ihn fasziniert, sagt Malkovich - auch die weniger erbaulichen Seiten: "Er hat viele Fehler in seinem Leben gemacht. Ich denke, dass er es nicht als erfolgreich bezeichnen würde."Zweifel im Alter Tatsächlich ist Casanova in den "Giacomo Variations" ein in die Jahre gekommener Zweifler, der sich im Angesicht des Todes die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt. Auf der Suche nach einer Antwort werden Schauspiel und Operszenen aus Mozarts Opern mit Librettist Lorenzo Da Ponte ("Cosi fan tutte", "Don Giovanni", DIe Hochzeit des Figaro") miteinander verwoben. Viel Arbeit für das vierköpfige Ensemble: Malkovich und sein "Gesangsdouble", der Bariton Florian Boesch, geben, je nach Bedarf, Don Giovanni oder den Figaro. Auch ihr doppelter Gegenpart, die Schauspielerin Ingeborgha Dapkunita und Eva Liebau (Sopran) werden die Rollen wechseln. "Die Schauspieler müssen singen und die Sänger müssen Schauspielern", erklärt der Regisseur Michael Sturminger die Symbiose. Wie lange er seine Stimme trainiert habe, fragt ein Journalist Malkovich. "Heute nachmittag", antwortet der 57-Jährige und erntet Gelächter.Gefährliche Liebschaften Während alle Objektive auf den Hollywood-Akteur gerichtet, der mit Filmen wie "Gefährliche Liebschaften" und "In the Line of Fire" bekannt wurde, versucht er, seine Bedeutung für das Stück herunterzuspielen: "Ich bin nicht wichtig. Es geht darum, gutes Musiktheater zu machen." Und doch nutzt Malkovich das kleine Podium, um die Erwartungen der rund zwei Dutzend Journalisten zu erfüllen. Mit ruhiger Stimme beweist er in einem Moment detaillierte Kenntnisse der Casanova-Biografie, nur um gleich darauf mit einer Journalistin zu flirten, die ihn als zu jung für die Rolle des alten Casanovas einschätzt. "So jung bin ich nun auch nicht wieder nicht."Termine: 3.5. (19.30 Uhr), 4.5. (20 Uhr), 5.5. (20 Uhr), 6.5. (20 Uhr), 7.5. (14 und 18 Uhr), 8.5. (14 und 18 Uhr) im großen Ruhrfestspielhaus Recklinghausen, Otto-Burmeister-Allee 1. Karten: Tel. (0 23 61) 9 21 80