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Lisa

Thomas Glavinic

Schlicht "Lisa" heißt Thomas Glavinics Roman. Doch dahinter verbirgt sich keine herkömmliche Beziehungsgeschichte, sondern der monströse Monolog eines paranoiden Koksers, der auch dem Alkohol in äußerst ungesunden Mengen nicht abgeneigt ist.

von Von Britta Helmbold

, 08.05.2011
Lisa

Mit seinem achtjährigen Sohn Alex ist der unter Verfolgungswahn leidende Spieletester in eine einsam gelegene Ferienwohnung geflohen. Er befürchtet, dass das Phantom Lisa, eine grausame Massenmörderin, ihn sucht. Jede Nacht taucht er in die virtuelle Welt ein, setzt sich vor seinen Computer und erzählt im Internet seinen vermuteten Zuhörern von Lisa und seiner Sicht der Welt.Realität und Fiktion

Glavinic gelingt es dieses endlose Gequassel, das Zeitgeistthemen streift und in das kleine Häppchen der irren Geschichte von Lisa eingeflochten sind, spannend, zum Teil - trotz der brutalen Passagen - auch humorvoll zu gestalten. Es geht um die Verquickungen von Realtität und Fiktion, von Gewalt und Medien. Gegen den Wahnsinn hilft nur Selbstironie und das Internet bleibt als einziger Ansprechpartner über. Mit der sprunghaften Erzählweise des einsamen Mannes weiß der Autor zu fesseln.Thomas Glavinic: Lisa, Hanser, 17,90 Euro, ISBN 978-3-446-23636-3.