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Ausstellungen „Kunst & Kohle“

Künstler zeigt das Schloss im Lumpen-Kleid

Herne 17 Ruhrkunstmuseen zeigen zum Ende des Steinkohlenbergbaus Ausstellungen zum Thema „Kunst und Kohle“ – ein einzigartiges Projekt. Aber das spektakulärste Kunstwerk ist noch nicht fertig.

Künstler zeigt das Schloss im Lumpen-Kleid

Am Mittwoch war erst ein kleiner Teil des Schlosses Strünkede in Herne mit den Jutesäcken verhangen. Industriekletterer arbeiten mit Hochdruck daran, dass bis Samstag das Kunstwerk von Ibrahim Mahama fertig ist.gass

Es ist das bislang ehrgeizigste Projekt der Ruhrkunstmuseen, das nach sieben Jahren Planung ab dem Wochenende bis zum 17. September zu sehen ist: 17 der 20 Ruhrkunstmuseen zeigen in 13 Städten rund 150 künstlerische Positionen zu „Kunst und Kohle“. Damit feiert der 2008 im Vorfeld der Kulturhauptstadt 2010 gegründete Museumsverbund sein zehnjähriges Bestehen und das Ende des Steinkohlenbergbaus.

Verhüllung ist das spektakulärste Kunstwerk

Das spektakulärste Bild für den Wandel ist die Verhüllung des Wasserschlosses Strünkede in Herne. Der ghanaische Künstler Ibrahim Mahama will bis Samstag mit Hilfe von Industriekletterern drei Fassaden des Barockschlosses mit 2000 Quadratmetern Jutestoff verkleiden.

„Coal Market“ („Kohle-Markt“) nennt er seine Installation. Die Fassade des Innenhofs bleibt unberührt. Für den Künstler ist die Aktion auch ein politisches Statement und ein Zeichen für Welthandel und Konsum.

Blick in die Zukunft

Die Säcke wurden in Asien preiswert gefertigt und in Afrika zum Transport von Kohle verwendet. Mahama hat sie in Ghana bei seinen Landsleuten eingetauscht gegen neue Säcke. Die alten, geschundenen Stoffe, sollen an die harte Knochenarbeit in den Steinkohlezechen des Reviers erinnern. Schon bei der Biennale in Venedig, in Düsseldorf und 2017 bei der documenta hat Mahama die Säcke zu Verhüllungs-Kunstwerken gemacht.

„Herne ist keine Stadt der Weltkultur“, sagte Oberbürgermeister Frank Dudda am Mittwoch bei der Präsentation des Ausstellungsmarathons. Es gäbe Brautpaare, die bedauern, dass sie keine Hochzeitsfotos vor der barocken Schlosskulisse machen könnten, aber auch solche, die extra kämen, um Teil eines besonderen Kunstwerks zu werden.

Riesen-Ausstellungsprojekt koetet 2,5 Millionen Euro

Das benachbarte Emschertalmuseum zeigt im Rittersaal des Schlosses eine Foto- und Videodokumentation von Mahamas Arbeit in Herne, unter anderem mit Drohnenbildern von der Verhüllung und den Näharbeiten auf der Zeche Schlägel und Eisen in Herten. Der Künstler will zur Eröffnung am Samstag (5.5.), 15 Uhr, kommen.

20.000 der 45.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, die alle Ruhrkunstmuseen zusammen haben, nehmen „Kunst und Kohle“ bis September ein. Den Etat von 2,5 Millionen Euro für das Riesenprojekt haben die RAG-Stiftung mit 750.000 Euro und die Kunststiftung NRW mit 200.000 Euro unterstützt.

„Glückauf Zukunft!“

Ein Viertel der 150 Künstler kommen aus NRW, ein Viertel sind internationale Künstler, die Hälfte nationale. „Kohle ist für viele Künstler ein Faszinosum, eine ästhetische Ressource“, so Projektleiter Ferdinand Ullrich.

Entsprechend vielfältig und spannend sind die Arbeiten. Für die Ausstellungsmacher sei das Projekt, dessen Schirmherr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist, kein wehmütiger Abschied nach 200 Jahren Steinkohlenbergbau, sondern ein „Glückauf, Zukunft!“.

Die Ausstellungen in 16 der 17 beteiligten Ruhrkunstmuseen eröffnen zwischen dem 3. und 6. Mai und sind bis 17. September zu sehen.

Das Museum Küppersmühle in Duisburg eröffnet seine „Kunst und Kohle“-Ausstellung erst am 12. Juni.

Das Kombiticket zum mehrmaligen Besuch aller Ausstellungen bis 17. September kostet 25 Euro, ermäßigt 15 Euro. Erhältlich ist es in den teilnehmenden Museen.

Der allgemeine Katalog kostet 15 Euro. Bis Juli erscheinen in allen Museen eigene Kataloge. Beim Kauf eines dieser Kataloge kostet der allgemeine Katalog nur 5 Euro. Der Schuber mit allen Katalogen erscheint im Juli und kostet 100 Euro.

Es gibt kostenlose Bustouren, ein kostenfreies Booklet in den Museen und im Internet sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm. Für Kinder bieten die Museen ein Mitmachbuch an.

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