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„Kiss me, Kate“ mit einem Star aus Dortmund

Theater Hagen beendet Saison mit Musical-Knüller.

Medial ist sie schon wieder abgeflaut, auf den Theaterbühnen gleichwohl immer noch ein Dauerbrenner: die „Me-too“-Debatte. Und wer Cole Porters knapp 70 Jahre altes Erfolgsmusical „Kiss me, Kate“ auf die Bühne bringt, kommt eh nicht dran vorbei.

Hagen

von Karsten Mark

, 19.06.2018
„Kiss me, Kate“ mit einem Star aus Dortmund

Vorsicht, bissiges Kätchen: Emily Newton treibt ihren Verehren Angstschweiß auf die Stirn. © Foto Lefebvre

Roland Hüve zeigt am Theater Hagen nun, dass die Debatte noch eine zweite, weniger diskutierte Seite hat. Am Samstag war Premiere.

Emily Newton singt das Kätchen

Es ist die Nachtclubsängerin Lois Lane (Nathalie Parsa), die es ganz unverhohlen auf den Punkt bringt: „Er hat die Macht. Ich hab‘ die Titten.“ „Er“ ist in diesem Fall Produzent Fred (Kenneth Mattice), der Lois als Gegenleistung für die gemeinsame Affäre eine Rolle in seinem neuesten Stück, einer musikalischen Fassung von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“, verschafft hat.

In der Hauptrolle dieses Stücks im Stück allerdings tritt Freds Ex-Frau Lilli (das Dortmunder Ensemblemitglied Emily Newton) auf – als jenem titelgebendem „Kätchen“ - an seiner Seite, denn die männliche Hauptrolle spielt Fred selber. So sind allerlei Verwicklungen programmiert.

Eine Widerspenstige auf und hinter der Bühne

Lilli ist eine Widerspenstige auf und hinter der Bühne. Eine, die gegen das unterwürfige Frauenbild der 1940er Jahre aufbegehrt – und dafür in Hagen übrigens gleich zu Beginn kräftigen Szenenapplaus erhält.

So ganz konsequent ist sie dabei allerdings nicht. Denn ihr Neuer ist ebenfalls ein Kerl mit Macht und Geld, der sie als hübsches Vorzeigefrauchen heiraten möchte.

Tempo und Timing

Hüve zeichnet die Machtkämpfe der Geschlechter mit viel Ironie. Vor allem aber ist seine Inszenierung ein Meisterstück an Tempo und Timing, woran auch Choreografin Andrea Kingston großen Anteil hat.

Das zum Teil noch sehr junge Ensemble aus Musicaldarstellern tanzt, singt und spielt sich die Seele aus dem Leib. Die Gags sitzen punktgenau und lassen einen glatt vergessen, dass die Aufführung mit insgesamt drei Stunden über die Maßen lang gerät.

Termine am Theater Hagen: 20./22./26./ 29.6., 4./8.7.; Karten: Tel. (02331) 2073218.
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