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Buchkritik

Jacqueline Woodson: „Ein anderes Brooklyn“

Die amerikanische Autorin Jaqueline Woodson blickt in ihrem dünnen Roman „Ein anderes Brooklyn“ auf die Jugend einer Mädchenclique in den 70er-Jahren im New Yorker Stadtteil Brooklyn zurück.

Jacqueline Woodson: „Ein anderes Brooklyn“

In eindringlicher Sprache gelingt es der Autorin dabei, sowohl die Unbeschwertheit, den jugendlichen Lebenshunger und das Glück jener Jahre rüberzubringen, als auch das ganz private Leid, das die Mädchen zu verarbeiten haben.

August, der Ich-Erzählerin, fehlt die Mutter, die sich umgebracht hat, und Sylvia muss sich mit ihren überstrengen Helikoptereltern – so würde man es heute ausdrücken – herumschlagen. Armut, Kindesmissbrauch, Alkohol und Drogen, zu frühe Schwangerschaften oder eine überzogene Religiosität sind weitere ständige Begleiter in dem vorwiegend von Schwarzen bewohnten Viertel, in dem die Mädchen aufwachsen.

Literarische Kraft entfaltet Sogwirkung

Hinzu kommen die ganz normalen Probleme, mit denen jeder Jugendliche auf der ganzen Welt zu kämpfen hat: beginnende Sexualität und Abnabelung vom Elternhaus zum Beispiel.

Gerade durch die Knappheit der Sätze und Kapitel gelingt es Jacqueline Woodson, eine große Dichte und literarische Kraft zu erzeugen, der man sich als Leser kaum entziehen kann.

Preisgekrönte Autorin

Jacqueline Woodson ist eine der bedeutendsten Jugendbuchautorinnen der USA. Sie hat zahlreiche Preise für ihre Bücher bekommen – 2014 den renommierten National Book Award für ihr Buch „Brown Girl Dreaming“.

Jacqueline Woodson: Ein anderes Brooklyn, 160 S., Piper, 20 Euro, ISBN 978-3-4920-5865-0.

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