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Innenansichten eines zutiefst Gedemütigten

DÜSSELDORF "Jupiter" ist der erste Roman (1999) von Thomas Jonigk, der seit der vergangenen Spielzeit am Düsseldorfer Schauspielhaus als Hausautor, Dramaturg und Leiter des Autorenlabors tätig ist. Jetzt hatte die Roman-Adaption in der Inszenierung von Daniela Kranz im "Unter Haus" Premiere.

von Von Britta Helmbold

, 19.11.2007

Es ist die Geschichte einer uneingestandenen Demütigung. Denn der homosexuelle Ich-Erzähler Martin, schon als Kleinkind vom Vater missbraucht, kann sein Leben, das zwischen Erniedrigung und Schuldgefühlen schwankt, nur durch eine Persönlichkeitsspaltung ertragen. In einem überzeugend gespielten, einstündigen Monolog gibt Miguel Abrantes Ostrowski als Martin einen eindringlichen Einblick in sein Innenleben.

Heiter bis bedrückt

Auf der fast leeren Bühne (Beata Kornatowska) steht er - mit den Händen hinten in den Hosentaschen - und schildert Episoden aus seinem Leben. Ab und an streicht er sich die blonde Haarsträhne zurück, ansonsten schafft er mit Blickkontakt und Stimmmodulation scheinbar heitere bis bedrückende Stimmungen. Er will sich nicht als Opfer fühlen - auch nicht bei einer Vergewaltigung.

      Komik und schwere Kost

Jonigks Sprache ist kunstvoll und drastisch zugleich, schreckt vor Kraftausdrücken nicht zurück. Die Beschreibung der diversen Demütigungen ist äußerst realistisch, fast zum Übel werden. Aufgelockert wird der Bericht von den Erniedrigungen durch die Einschübe von "hausfraulichen Kenntnissen", die nicht der Komik entbehren. Und auch die kurz eingespielten deutschen Schlager brechen die schwere Kost auf, lassen schmunzeln.

Ein Solo-Abend, der durch Ostrowskis berührendes Spiel unter die Haut geht - der Zuschauer schwankt bei diesen Geständnissen zwischen Ekel und Mitleid.

 Karten: Tel. (02 11) 8 52 30.