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Im Düsseldorfer NRW-Forum tritt Mensch gegen Maschine an

Künstliche Intelligenz

Eine Ausstellung im NRW-Forum sucht nach Antworten auf die Frage, wie sich künstliche Intelligenz auf die Kunst auswirkt.

Düsseldorf

, 05.07.2018
Im Düsseldorfer NRW-Forum tritt Mensch gegen Maschine an

Dem Menschen (noch) nicht gewachsen: Ein japanischer Roboter reagiert im Video „Co(Al)xistence“ der Französin Justine Emard auf Bewegungen und Sprache des japanischen Schauspielers und Tänzers Mirai Moriyama. © Picasa/Justine Emard

Als sich der Pariser Poet Charles Baudelaire in künstliche Paradiese katapultierte, griff er damals noch auf berauschende Substanzen zurück. Solcher Mittel bedarf es gut anderthalb Jahrhunderte später nicht mehr, um raffinierteste Halluzinationen zu erzeugen. Das NRW-Forum Düsseldorf zeigt, in welch verwunschene virtuelle Welten man heute mit Hilfe von Algorithmen gelangen kann.

Titel erinnert an Leonardo da Vinci

Unter dem kruden Titel „Pendoran Vinci“ geht eine Ausstellung der Frage nach, wie sich in der digitalen Revolution künstliche Intelligenz auf die Kunst auswirkt. Angesichts des Titels denkt man an das Universalgenie der Renaissance, Leonardo da Vinci, und an die Büchse der Pandora, der alle Übel entweichen, wenn sie erst geöffnet ist. Generiert hat ihn eine Website mit dem hübschen Namen neuronaming.net.

Droht uns der Kontrollverlust?

Neun Beiträge von elf Künstlern zeigen, wie weit sich die virtuelle Realität schon entwickelt hat, wie sich Mensch und Maschine begegnen, wie lernfähig sich digitale Apparaturen zeigen und welcher Kontrollverlust durch sie droht. Noch haben diesmal nicht digitale Kuratoren über die Auswahl entschieden, sondern Tina Sauerländer und Peggy Schoenegge von der Berliner Digital-Initiative peer to space.

Die Hände in den Controller stecken

Mit seinem zweiteiligen „Mutator VR“ lädt der Brite William Latham den Besucher ein, sich ein Kopfset überzustülpen und die Hände in Controller zu stecken. Und schon erscheinen in einem interaktiven Prozess virtuelle Welten, die jedes Mal einzigartig sind, weil sie sich ein ums andere Mal weiterentwickeln.

Ästhetisch reizvoll wirkt Jonas Blumes Videoprojektion eines künstlichen Kopfes inmitten farblich changierender Schlieren. Mit den Lippenbewegungen des Künstlers gibt er, gespeist durch Sprachmuster, die er von einem iPhone erlernt hat, in Maschinensprache Details aus dessen Leben preis.

Noch nicht gleichauf

Die Französin Justine Emard konfrontiert in ihrem Video „Co(Al)xistence“ den japanischen Schauspieler und Tänzer Mirai Moriyama mit einem Roboter, den die Universität Tokyo programmiert und die Universität Osaka einem menschlichen Antlitz angenähert hat. Im Dialog zeigt sich die künstliche Intelligenz dem Menschen nicht gewachsen. Die Gesichtserkennung durch Algorithmen trickst die Amerikanerin Carla Gannis kunstvoll in ihrem „Non-Facial Recognition Projekt“ durch die Bearbeitung von Profilfotos und Selfies aus. Der malende Schimpanse kehrt mit der Israelin Liat Grayver und dem Malroboter David zurück, den die Universität Konstanz entwickelt und die Künstlerin mit ihrer Malmethode programmiert hat, um die eigene Malpraxis zu hinterfragen.

Barbie antwortet banal

Am krudesten wirkt indes die erste Barbie mit künstlicher Intelligenz. Die Amerikanerin Faith Holland hat ihr ein imaginäres Ebenbild eingespeist. Diese Barbie erinnert sich an alles. Aber sie beantwortet Fragen auf Englisch mit Banalitäten.

NRW-Forum Düsseldorf: „Pendoran Vinci – Kunst und künstliche Intelligenz heute“, bis 19. 8.2018, Ehrenhof 2. Di-Do 11-18 Uhr, Fr 11-21 Uhr, Sa 10-21 Uhr, So 10-18 Uhr.
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