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Herbert Schuch macht Musik-Urlaub im Schloss

Festival in Cappenberg

Zum sechsten Mal hat Geigerin Mirijam Contzen Klassikstars zu ihrem hochkarätig besetzten Musikfestival auf Schloss Cappenberg eingeladen. Vom 7. bis 13. Juni gibt es in der schönen Kulisse acht Konzerte. Das Publikum liebt die besondere Atmosphäre des Schlosses, die Musiker lieben die familiäre Atmosphäre. Auch Pianist Herbert Schuch. Julia Gaß sprach mit dem 31-Jährigen.

CAPPENBERG

von Von Julia Gaß

, 16.05.2011

Zum wievielten Mal sind Sie zu Gast beim Musikfestival Schloss Cappenberg? Ich kenne Mirijam Contzen seit 2004, und sie hat mich schon zu ihrem ersten Festival 2005 eingeladen. Das hat ganz klein angefangen, mit fünf oder sechs Musikern. Das Festival ist immer ein bisschen größer geworden, jetzt stehen schon fast 20 Leute auf der Musikerliste. Aber die Atmosphäre ist immer noch sehr persönlich. Mirijam kümmert sich unglaublich um jedes Detail und darum, dass es allen gut geht.Sie sind in vielen großen Häusern zu Gast und wie Mirijam Contzen ein Weltstar. Wirkt sich so eine intime, persönliche Atmosphäre auf Ihr Spiel aus? Die Umgebung wirkt sich immer auf einen Musiker aus. Dieses Schloss ist unglaublich schön, es hat die Kirche, ein Theater, man trifft das Publikum, das sich auf die Konzerte freut, auf dem Gelände. Die Stimmung ist sehr positiv. Dieses Festival ist etwas ganz Besonderes.Sie haben als Kind selbst Geige gelernt. Spielen Sie noch manchmal? Ich habe komplett aufgehört. Das gehört zu den Dingen in meinem Leben, die ich am meisten bedauere. Nach zehn Jahren sind Intonation und Bogenführung komplett eingerostet, da bin ich von meinem Spiel selbst sehr genervt.Sie treten in vier Konzerten auf, am 11. Juni im "Vive la France"-Abend, einem sehr besonderen Konzert, im Trio mit Mirijam Contzen und einem Streichquartett in einem Werk von Chausson. Das ist eine ungewöhnliche Besetzung und ein sehr selten zu hörendes Konzert. Das wäre interessant gewesen, aber wir haben das Werk aus dem Programm genommen und spielen stattdessen die große Violinsonate von César Franck. Bekanntere Werke passen besser zu dem Pfingstsonntag im Schloss.Und Sie sind auch bei "Cappenberg virtuos" Pfingstmontag dabei. Das ist ein Überraschungsabend mit Bravourwerken. Was erwartet das Publikum da? Wir werden das noch im Verbund entscheiden. Auf jeden Fall wird es eine Überraschung für alle - Musiker und Zuhörer.Ihr Spiel ist geprägt von Alfred Brendel. Was haben Sie von ihm gelernt? Er hat mir Dinge gezeigt, auf die ich mich noch in den nächsten 40 Jahren konzentrieren kann: Möglichkeiten der Melodiegestaltung, des Rhythmus und wie die Klanggestaltung sein sollte. Ich beschäftige mich wie er gerne mit Werken, die vom Gehalt so komplex sind, dass man sie ein ganzes Leben lernen kann. Ich hatte im Januar noch Unterricht bei Brendel und hoffe, dass ich das bald wiederholen kann.Welches ist Ihr Lieblingskonzert beim Festival in Schloss Cappenberg? Ich freue mich auf alle Abende, aber besonders auf den "Vive la France"-Abend am 12. Juni und das "Konzert in die Nacht" am 10. Juni. Das ist etwas Besonderes, in der Kirche. Ich spiele nicht mit, werde aber zuhören. Ich freue mich auf diesen Musik-Pfingsturlaub in Cappenberg.